Am Screenforce Festival wollte sich das ZDF Werbefernsehen bekanntermaßen auch in diesem Jahr nicht beteiligen, weshalb die Mainzelmännchen beim Branchen-Event in Düsseldorf vor knapp einer Woche abermals außen vor blieben. Stattdessen zog es die Mainzer erst einen Tag später in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt – nicht auf die große Bühne, dafür in ein uriges Altstadt-Brauhaus, wo Geschäftsführer Hans-Joachim Strauch das Finale seiner diesjährigen Roadshow zelebrierte und damit gewissermaßen auf den maximalen Kontrast zum großen Get-Together des Vortages setzte.
Und wo die Konkurrenz mit Stars, Show und Spektakel aufwartete, hatte Strauch nicht mal bewegte Bilder im Gepäck – dafür aber die Journalistin Helene Reiner, die seit diesem Jahr den "Aktenzeichen XY"-Ableger "Spuren des Verbrechens" im ZDF-Vorabendprogramm präsentiert. Es ist eine der neuen Programmfarben, an denen sich der öffentlich-rechtliche Sender seit geraumer Zeit auf dem lange von Fiction geprägten Sendeplatz am Mittwoch um 19:25 Uhr versucht. Mit "XY" holt das ZDF eine seiner bekanntesten Marken in ein vermarktbares Umfeld, was von Werbekunden augenscheinlich mit Wohlwollen quittiert wird, wenngleich Strauchs Talk mit Reiner und Redakteur Matthias Rode dazu führte, dass auf der Roadshow mehr über Mord und Totschlag gesprochen wurde als über Preise und Budgets.
Insgesamt vier Mal machte das Werbefernsehen in den zurückliegenden Wochen Station – vor dem Finale in Düsseldorf zog es den ZDF-Tross bereits nach Hamburg, München und Frankfurt, um mit Werbungtreibenden sowie Vertretern der Mediaagenturen in den Dialog zu kommen. Denen bietet Strauchs Vermarktungsteam, abgesehen von den noch recht neuen Factual-Formaten, vor allem bewährte Umfelder, darunter "Bares für Rares", die "SOKOs", "Rosenheim-Cops" und "heute"-Nachrichten. Formate also, die selbst am Nachmittag oft höhere Gesamt-Reichweiten versprechen als sie von Privatsendern in der Primetime erzielt werden.
Entsprechend zufrieden klingt dann auch der Geschäftsführer des ZDF Werbefernsehens, wenngleich man auch in Mainz das angespannte Umfeld zu spüren bekommt. "Unsere Vermarktungsangebote setzen unentwegt starke Akzente – und das trotz eines weiterhin herausfordernden und von Unsicherheiten gesprägten Werbemarktes", sagte Hans-Joachim Strauch zu DWDL.de und betonte, aktuell "äußerst zufrieden auf unsere Auslastung" zu blicken. "Das Vertrauen unserer Kunden, die Nachfrage nach aufmerksamkeitsstarken TV-Umfeldern und die anhaltende Leistungsstärke unseres Angebots bestätigen unseren Kurs."
Es ist also vor allem Verlässlichkeit, mit der das ZDF Werbefernsehen punkten will. Vielleicht erklärt das dann auch ganz gut, weshalb der Vermarkter lieber mit Kabeljau, Gulasch und Apfelstrudel zur Roadshow lud als sich dem Screenforce-Feuerwerk anzuschließen.
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