Volker Herres / Thomas Gottschalk © ARD/WDR
Wir sind eins

Über Herres, Gottschalk und einen Dolch im Rücken

 

Volker Herres und Thomas Gottschalk werden keine Freunde mehr. Seit diesem Donnerstag gibt es daran keinen Zweifel. Völlig unabhängig von der inhaltlichen Qualität von "Gottschalk live" offenbart sich inzwischen hinter den Kulissen ein mieses Spiel aus Intrigen. Und alle machen mit.

von Thomas Lückerath
23.03.2012 - 00:50 Uhr

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Am Donnerstagabend begann Thomas Gottschalk seine Sendung mit dem folgenden Monolog: "Die Umbauwoche liegt fast hinter uns. Wir haben auch am Wochenende noch eine Menge zu tun. Also Heimfahr-Wochenende gibt es nicht. Am Montag aber sind die Handwerker draussen und wie das halt beim Bau so ist, gab es kurz vorm Richtfest heute nochmal richtig Aufregung. Weil, da gab es so eine Eigentümerkonferenz und da wollten ein paar das Ding gleich wieder einreissen und die Räumlichkeiten dann doch lieber an eine Behörde vermieten. Aber dann haben die Investoren ein Machtwort gesprochen und jetzt ist wieder Ruhe. Ich hab mit all dem nichts zu tun. Ich bin nur der Hausmeister."

Diese kryptische Botschaft galt einer einzigen Person: Volker Herres, Programmdirektor des Ersten. Was war geschehen? Es ist eine längere Geschichte aus Intrigen, Falschmeldungen und bewusster Streuung von Informationen zur Desinformation. Eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, denn völlig unabhängig von der inhaltlichen Entwicklung des Vorabend-Experiments entwickelt sich "Gottschalk Live" hinter den Kulissen zum nächsten ARD-Desaster. Und das mit zunehmendem Tempo. Begonnen hat es schon vor einigen Wochen. Plötzlich versuchten alle Beteiligten, Informationen zu streuen. Man amüsierte sich als Branchenbeobachter köstlich über die Spielchen.

Da sickerten etwa Informationen über interne Gespräche und angebliche Mehrheitsmeinungen unter ARD-Intendanten durch. Es wurde das Märchen von der von Gottschalk beschädigten "Tagesschau" erfunden. Oder die populäre Keule von verschwendeten Gebührengeldern herausgeholt, die jedoch so lächerlich ist, dass es schmerzt, wenn Journalisten sich da tatsächlich instrumentalisieren lassen. Als Vorabend-Programm wird "Gottschalk Live" schließlich von der WDR Mediagroup bezahlt, die sich u.a. durch die Werbeeinnahmen im Vorabendprogramm und andere kommerzielle Tätigkeiten finanziert - nicht jedoch aus Gebührengeldern. Doch jedes noch so alberne Störfeuer kam Volker Herres in den vergangenen Tagen sehr gelegen: Der Programmdirektor hat "Gottschalk Live" längst aufgegeben.

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