Sheldon kanns kaum fassen © Warner Bros. Television
Mal nachgezählt

Auch 2018: Nichts lief häufiger als "The Big Bang Theory"

 

ProSieben hat die Schlagzahl bei "The Big Bang Theory" 2018 zwar leicht gesenkt - auf den großen acht Sendern gab's trotzdem kein Format, das noch häufiger zu sehen war. Nimmt man auch die kleineren Sender dazu, dominieren Gerichtsshows. Und Horst Lichter hat auch immer mehr Einsätze

von Uwe Mantel
03.01.2019 - 08:07 Uhr

Es ist inzwischen schon ein Running Gag: ProSieben verspricht zu verschiedenen Gelegenheiten gerne mal mit einem Augenzwinkern, jetzt aber nun wirklich weniger "Big Bang Theory" zeigen zu wollen. Und tatsächlich: Im vergangenen Jahr hat man dieses Versprechen umgesetzt. 282 Ausstrahlungen weniger als noch 2017 haben wir für die US-Sitcom rund um Sheldon & Co. gezählt. Trotzdem ist das eher in die Kategorie "Tropfen auf den heißen Stein" einzuordnen: 2.218 Ausstrahlungen waren nämlich noch übrig, womit "The Big Bang Theory" erneut die Serie mit den meisten Ausstrahlungen auf den großen acht Sendern war.

Im Abendprogramm zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht lief "The Big Bang Theory" sogar 20 Mal häufiger als im Vorjahr, insgesamt 262 Mal. Übrigens gibt es bislang nur 255 unterschiedliche Folgen, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden - Es gab also theoretisch allein in der Primetime genug Sendeplätze, um die ganze Serie zu wiederholen. Vor allem sind es aber die langen Strecken im Tagesprogramm, die ProSieben mit Sitcom-Wiederholungen füllt und die dem Sender daher auch in diesem Jahr wieder sechs der sieben vordersten Plätze in unserem Heavy-Rotation-Ranking einbringen. Dort finden sich noch "Two and a half Men", "Die Simpsons", "The Middle", "2 Broke Girls" und "How I Met Your Mother". Obwohl den "Simpsons" zuletzt am Dienstagabend eine Pause gegönnt wurde, liefen sie übrigens sogar deutlich häufiger als im Vorjahr (+185 Ausstrahlungen), u.a. aufgrund der verlängerten "Simpsons"-Strecke am Samstagmittag. Deutlich reduziert wurde die Anzahl an Ausstrahlungen hingegen bei "Two and a half Men".

Dass die Sitcoms auf solch enorme Zahlen kommen, hängt dabei auch damit zusammen, dass sie pro Folge weniger als eine halbe Stunde Sendezeit füllen. Der größte "Sendezeitfresser" bei den großen acht Sendern ist daher eigentlich ein anderes Format: "Medical Detectives". Vox ist vor langem dazu übergegangen, die Nächte damit großflächig vollzupflastern und kommt so auf über 2.000 Ausstrahlungen innerhalb eines Jahres. Fast 1.500 Stunden (ohne Werbung) wurden so mit dem Format gefüllt, das wären aneinandergereiht über 60 Tage.

  Ausstrahlungen
auf den großen 8 Sendern*
davon Primetime
(20:15-0 Uhr)
davon Free-TV-Premieren
The Big Bang Theory
2.218 262
24
Medical Detectives
2.012 69
0
Two and a half Men
1.707 95
0
Die Simpsons
1.160
201
26
The Middle
1.074 31
31
2 Broke Girls
996 0
0
Auf Streife
983 0
?
How I Met Your Mother
929 0
0
Navy CIS
862 117
19
Shopping Queen
767 0
?
Navy CIS: L.A.
696 67
24
Verdachtsfälle
644
0
?
Mike & Molly
601
0
0
Klinik am Südring
544
0
?
Castle
533 0
0

Quelle: DWDL.de-Recherche, *gewertet wurden nur die Sender Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben, Vox, RTL II und kabel eins

Allgemein weniger Sendefläche nahmen im vergangenen Jahr die Blaulicht-Formate ein - RTL hat sich davon im Herbst bekanntlich gänzlich verabschiedet, sodass der "Blaulicht-Report" weit aus den Top15 rutschte. Sat.1 ist am Vorabend nun Blaulicht-frei, was sich vor allemin einer geringeren Schlagzahl von "Auf Streife - Die Spezialisten" niederschlägt. Alle "Auf Streife"-Formate kamen zusammengerechnet im vergangenen Jahr trotzdem noch auf 1.719 Ausstrahlungen in Sat.1. Damit füllt Sat.1 nun zwar nicht mehr knapp ein Viertel seiner gesamten Sendezeit mit diesen Formaten, aber immer noch fast 20 Prozent. Weit oben platziert sind auch die Serien "Navy CIS" und "Navy CIS: L.A.", die nicht nur in der Primetime bei Sat.1 und kabel eins gezeigt werden, sondern auch noch erfolgreich die Daytime bei kabel eins bestreiten. Übrigens: Würde man nun auch noch die Ausstrahlungen im Pay-TV mitzählen, käme "Navy CIS" auf über 4.000 Ausstrahlungen innerhalb eines Jahres.

Betrachtet man nicht nur die acht Vollprogramme, sondern alle Free-TV-Sender, dann zeigt sich, wer der wahre Heavy-Rotation-König des deutschen Fernsehens ist: Der Sender RTLplus. In Sachen Eigenproduktionen tat sich im vergangenen Jahr fast gar nichts mehr, dafür gibt's Gerichtsverhandlungen am laufenden Band. "Das Strafgericht" tagte über 3.000 Mal, "Das Familiengericht" 2.430 Mal, "Das Jugendgericht 2.258 Mal. Zusammengenommen waren es damit noch mehr Ausstrahlungen der alten RTL-Gerichtsformate als im Vorjahr. Die eigenproduzierten und inzwischen eingestellten Gameshow-Neuauflagen finden sich nun anders als im Vorjahr naheliegenderweise nicht mehr in der Top-Liste.

Platz 2 in der Liste aller Free-TV-Sender belegt "Sturm der Liebe", ebenfalls noch in den Top15 findet sich "Rote Rose". Die beiden ARD-Telenovelas kommen auf sehr viele Wiederholungen in den Dritten. Inzwischen ist durch diesen Effekt auch "Wer weiß denn sowas?" schon bei fast 1.000 Ausstrahlungen im Jahr angekommen. Während sich diese Zahlen hier aber auf viele Dritte verteilen, findet sich "Bares für Rares" auf ZDF und ZDFneo geballt mit 1.473 Ausstrahlungen wieder, das waren nochmal über 250 mehr als im vergangenen Jahr. Man darf gespannt sein, wenn die Horst-Lichter-Karte überreizt sein wird.

  Ausstrahlungen
im Free-TV
Das Strafgericht
3.015
Sturm der Liebe
2.608
American Dad
2.584
Das Familiengericht
2.430
Das Jugendgericht
2.258
Medical Detectives
2.249
The Big Bang Theory
2.218
Niedrig und Kuhnt
2.112
Two and a half Men
1.927
K11 - Kommissare im Einsatz
1.803
Bares für Rares (inkl. "Lieblingsstücke")
1.473
In aller Freundschaft
1.265
Rote Rosen
1.169
Die Simpsons
1.160
Border Patrol Australia
1.112
The Middle
1.074
How I Met Your Mother
1.069
2 Broke Girls 996
Wer weiß denn sowas? 993
Auf Streife 983

Quelle: DWDL.de-Recherche, gewertet wurden nur Sender, die ihre Quoten ausweisen - kein Anspruch auf Vollständigkeit

Über den Autor

Uwe Mantel ist stellvertretender Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Schaut seit den 80ern Fernsehen und schreibt seit 2004 auch darüber. Kann sich sowohl in gute Serien als auch trockene Zahlen vertiefen. Und seine fränkische Herkunft nicht verleugnen.

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