Sebastian Deyle © Michael Gueth Photography
Was macht eigentlich...?

Sebastian Deyle: "Virtual Reality ist die Zukunft"

 

Der ehemalige Schauspieler und TV-Moderator Sebastian Deyle ist heute auf einem ganz anderen Feld tätig. Er beschäftigt sich in einer eigenen Firma mit dem Thema Virtual Reality und will nichts weniger als die Musikbranche revolutionieren.

von Timo Niemeier
03.09.2019 - 15:59 Uhr

Ab Ende der 90er Jahre ist Sebastian Deyle im Fernsehen allgegenwärtig gewesen. Er begann seine Karriere bei "Unter Uns", war danach mehrere Jahre in der ARD-Soap "Marienhof" zu sehen und spielte auch bei "Sturm der Liebe" und "Alisa – Folge deinem Herzen" mit. Neben seinem Engagement im Schauspiel-Bereich war Deyle auch als Moderator unterwegs, am besten bekannt ist er wohl als "Quizfire"-Präsentator. Auch "Immer wieder sonntags" war eine seiner Stationen.

Heute ist Sebastian Deyle so gut wie gar nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Er hat seinen früheren Job gegen einen gänzlich anderen eingetauscht. Bereits vor Jahren gründete er eine eigene Produktionsfirma, mit der er einige kleinere Projekte umsetzte. 2016 folgte der große Strategieschwenk, seither kümmert sich Deyle in der Goodstuff Media GmbH um das Thema Virtual Reality. Oder um es genauer zu sagen: Um das Thema Virtual Reality bei Konzerten.

"Das verbindet alle Leidenschaften, die ich für Produkte und die Medienbranche empfinde", sagt Deyle im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Über die Reisebranche kam der erste Kontakt zur virtuellen Realität. Damals sollte er einen virtuellen Rundgang durch ein Hotel produzieren, danach überlegte er sich, wie man das Thema weiterdrehen könnte. Schließlich landete er bei Musik-Konzerten.

Nie wieder ausverkaufte Musik-Konzerte?

Das Ziel von Deyle: Konzerte für Musik-Fans weltweit verfügbar und erlebbar machen. Die jeweiligen Veranstaltungen sollen mit verschiedenen Kameras gefilmt werden und die Fans haben dann die Möglichkeit, beim Künstler auf der Bühne oder im Publikum zu stehen und sich das Konzert live anzusehen. Dabei können sie wie ein ganz normaler Fan vor Ort in alle verschiedenen Himmelsrichtungen blicken, um so das ganze Konzert-Feeling zu erhalten. Deyles Traum: Konzerte sollen nie wieder ausverkauft sein, weil es eine unbegrenzte Anzahl an Tickets gibt.

Die Befürchtung, dass die Veranstalter da nicht mitspielen, weil sie ja die Leute in die Stadien und Hallen bekommen wollen, zerstreut der ehemalige Schauspieler und Moderator. "Jemand, der auf ein Konzert gehen kann, wird das immer tun. There is nothing like the real thing. Wir wollen Menschen ansprechen, die ohne uns gar nicht auf das Konzert gehen würden. Einmal weil vielleicht die Halle voll ist oder weil man nicht mal eben nach New York oder Sydney fliegen kann. Das ist auch für die Veranstalter ein gutes Geschäft, dadurch können sie mehr Geld verdienen und haben keinerlei Mehraufwand." Bei den Plattenfirmen sei man mit der Idee zunächst nicht weit gekommen, inzwischen rede man aber mit allen wichtigen Player im Markt.

Anschubfinanzierung durch eigene Krypto-Währung

Möglich wurde das auch, weil hinter dem Projekt schon eine vergleichsweise große Community steht, die sich an der Anschubfinanzierung beteiligt hat. Deyle hat einen sogenannten ICO (Initial Coin Offering) initiiert, also eine eigene Krypto-Währung geschaffen, die künftig auch als Bezahlsystem auf der neuen Plattform dienen soll. Rund 100.000 Menschen sollen sich dabei beteiligt haben, so kamen rund drei Millionen Euro zusammen. Die Finanzierung des Projekts ist damit bis auf Weiteres sichergestellt.

Sebastian DeyleSebastian Deyle als "Quizfire"-Moderator. © imago images / teutopress

Derzeit befindet sich ConcertVR, so der Name der Plattform, noch in der Aufbauphase. Die App ist schon im App Store von Apple sowie im Google Play Store verfügbar, bislang gab es aber lediglich wenige Testkonzerte, unter anderem beim Wacken Festival. "Jetzt geht es darum, die Content-Produktion auszubauen. Wir sprechen mit Künstlern und schließen Kooperationen mit Festivals und Plattenfirmen", sagt Deyle gegenüber DWDL.de. 2020 wolle man die erste großen Konzerte umsetzen.

Momentan arbeite ein Team von rund 50 Personen permanent an der Plattform, fest angestellt sind davon nur die wenigstens direkt bei der Goodstuff Media. Möglich wird das, weil Deyle ein paar Mit-Gesellschafter hat, etwa Frank Zahn, Geschäftsführer der Exozet GmbH. Die Digital-Spezialisten von Exozet arbeiten im Hintergrund an vielen großen Digital-Plattformen. Bei Goodstuff Media agiert Zahn als Head of Product und bringt die Exozet-Mitarbeiter mit in das Unternehmen ein. Walter Lichte von der Kanzlei Lichte kümmert sich zudem um alles Rechtliche, Carsten Bentrup ist für das Token Management zuständig und Andreas Knuffmann, Geschäftsführer von Boomerang Films, agiert als Head of Content.

"Ich bin ganz sicher nie ein begnadeter Schauspieler gewesen."
Sebastian Deyle

Es ist ein spannendes Thema, was Sebastian Deyle mit seinem Team angeht. Nichtsdestotrotz wartet Virtual Reality als solches nach wie vor auf dem ganz großen Durchbruch. Deyle will dabei aktiv mithelfen und glaubt an die Technologie. "Virtual Reality hat mich vom ersten Moment an fasziniert. Ich glaube nicht, dass das ein Hype ist. Virtual Reality ist die Zukunft." Derzeit werde das Potenzial nur "minimal genutzt", ist sich der ehemalige Schauspieler und Moderator sicher.

Mit einer Rückkehr auf die TV-Bildschirme ist bei Sebastian Deyle nicht zu rechnen. 2017 war er zwar in der Funk-Webseite "Offscreen" zu sehen, das war aber eine Ausnahme. "Ich habe nicht die Zeit, um noch viele andere Dinge zu machen", sagt er. Mit seiner Firma und dem Vorhaben, ConcertVR groß rauszubringen, ist Deyle 24 Stunden am Tag beschäftigt. Und überhaupt: "Ich habe die Zeit als Schauspieler sehr genossen und war sicher auch ein guter Darsteller. Aber ich bin ganz sicher nie ein begnadeter Schauspieler gewesen", erklärt er die Tatsache, dass er das Arbeitsfach gewechselt hat.

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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