Filmuni Babelsberg, Erich Pommer Institut © Filmuni Babelsberg/Erich Pommer Institut
Neue Intensiv-Workshops in Planung

Filmuni Babelsberg und EPI bekämpfen Fachkräftemangel

 

In vielen Bereichen der Branche herrscht ein Mangel an Fachkräften, allerorts ist vom "War for Talent" die Rede. Die Chefinnen der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und die des Erich Pommer Instituts tun sich nun zusammen und wollen etwas dagegen tun.

von Timo Niemeier
10.12.2019 - 13:55 Uhr

Der Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeitern hat zuerst die Produktionsbetriebe getroffen und macht sich längst auch an den Universitäten und Fachhochschulen des Landes bemerkbar. Die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf sowie das Erich Pommer Institut haben sich nun zusammengetan und angekündigt, etwas gegen diesen Fachkräftemangel unternehmen zu wollen. Los geht’s mit einem Intensiv-Workshop zum Thema Filmproduction Management, der zwischen Januar und Mai 2020 stattfinden soll. 

Dieser richtet sich an Produktionsfirmen, die ihre Mitarbeiter konkret in diesem Bereich weiterbilden wollen, ansprechen will man damit aber auch Selbstständige. 5.000 Euro kostet der zwölftägige Kurs, bei dem die Teilnehmer ebenso etwas über die Finanzierungsmodelle für Spielfilme lernen und sich zudem mit Kalkulationen, Förderanträgen, Vertrags- und Arbeitsrecht, Teamführung, den Grundlagen der Lohnabrechnung sowie der KSK-Pflicht oder auch mit Steuerfragen beschäftigen. Wer Glück hat, bekommt ein Stipendium: Die Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) vergibt ein Voll- und zwei Teilstipendien. 10 bis 15 Leute will man in dem Kurs ausbilden. Wer mitmachen will, muss sich beeilen: Die Bewerbungsfrist für den Kurs endet am 11. Dezember. 

Nadja Radojevic"Es war ein Wunsch der Branche, dass wir Weiterbildungsangebote schaffen, die das Personal nicht zu lange binden. Genau ein solches Angebot machen wir jetzt. Der Intensiv-Workshop hat eine inhaltliche Tiefe, ist aber gleichzeitig auch sehr kompakt gehalten", sagt Nadja Radojevic (Foto rechts), Geschäftsführerin des Erich Pommer Instituts im Gespräch mit DWDL.de. Das Format habe man gemeinsam mit der Branche entwickelt. So führte man unter anderem Gespräche mit Produktionsfirmen wie UFA, Constantin und Studio Hamburg, sprach aber auch mit der Produzentenallianz. Künftig soll es einen ähnlichen Kurs für Regieassistenten geben. "Auch für dieses Tätigkeitsprofil wurde uns aus der Branche signalisiert, dass es einen hohen Bedarf gibt", sagt Radojevic. Weitere Kurse (etwa zur Digitalisierung der Produktion) sind angedacht. "Ziel ist es, das Angebot bei entsprechender Nachfrage regelmäßig anzubieten."

Susanne StürmerDas Erich Pommer Institut ist ein An-Institut der Filmuni Babelsberg und der Universität Potsdam. Bei der Filmuni bekommt man den Fachkräftemangel in der Branche schon heute ganz konkret zu spüren. "Die Unternehmen der Medienbranche waren schon immer an unserer Ausbildung interessiert, das hat sich aber noch einmal deutlich verstärkt", sagt Susanne Stürmer (Foto links), Präsidentin der Filmuni und ehemalige Geschäftsführerin der UFA, gegenüber DWDL.de. Viele Unternehmen würden inzwischen versuchen, so früh wie möglich mit den Studierenden in Kontakt zu kommen. Reagiert habe man in der Vergangenheit unter anderem mit dualen Studiengängen. Da die regulär Studierenden aber nicht unbedingt Jobs als Regieassistent/in oder Filmgeschäftsführer/in und Herstellungsleiter/in suchen würden, bessere man nun mit den Workshops nach. "Gesucht werden vor allem Funktionen am Set", so Stürmer.

"Ich habe noch von niemandem ausdrücklich gehört, dass Produktionen verschoben werden mussten aufgrund des Fachkräftemangels", betont Stürmer. "Der Aufwand, die Positionen im Vorfeld zu bestücken, ist aber schon sehr viel größer geworden." Es gäbe beispielsweise einen hohen Druck auf die Gehälter, was für die jeweiligen Gewerke gut sei. Bei kleineren Unternehmen würde das aber zu echten Problemen führen. "Da gibt es einen echten Konkurrenzkampf um die besten Talente."

Inzwischen räumen auch immer mehr Unternehmen ein, in den vergangenen Jahren in Sachen Aus- und Weiterbildung nicht genug getan zu haben. Jetzt seien sie aber dabei, das zu ändern, sagen Stürmer und Radojevic. Die veränderten Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt bemerken aber auch die Studierendem der Filmuni. "Unsere Studierenden haben nach dem Ende des Studiums deutlich weniger Druck als früher. Es gab auch Zeiten einer gewissen Unsicherheit. Inzwischen wissen viele, dass sie und ihre Arbeit stark nachgefragt sind", sagt die Präsidentin der Filmuni. 

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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