Sky-Fehlermeldung

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Sky Deutschland

Es war nicht der erste und vermutlich auch nicht der letzte Ausfall, aber er war so ärgerlich weil vorhersehbar: Im Topspiel des 11. Spieltags der Fußball-Bundesliga trafen der FC Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander, eine Partie mit erwartbar hohem Zuschauerinteresse. Wer sich darauf verlassen hat, das Spiel über eines der Streaming-Angebote von Sky Deutschland zu schauen, war an jenem Samstagabend verlassen. Sky Go, die Sky Q-App und Sky Ticket waren mit dem Ansturm überfordert. Im Laufe der zweiten Halbzeit, als das Spiel schon entschieden war, konnte man das Problem in den Griff bekommen - was aber auch zeigt: Es wäre gar nicht so schwer gewesen, vorbereitet zu sein.

Die Welt / Herbert Diess

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"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt

Eigentlich ja keine schlechte Idee, sich in diesen Tagen eingehend mit der "Mobilität der Zukunft" zu beschäftigen. Volkswagen-Chef Herbert Diess ist im Rahmen dessen sicherlich auch ein interessanter Gesprächspartner. Der "Welt"-Chefredakteur und bekennende Auto-Fan Ulf Poschardt machte ihn für eine Sonderausgabe der Zeitung allerdings gleich zum "Gast-Chefredakteur" und räumte ihm und seinem Unternehmen damit Mitsprachrecht über die gesamte Ausgabe ein, sowohl inhaltlich als auch optisch - was dazu führte, dass der Konzern und seine Marken und Produkte Dauerthema über die gesamte Ausgabe hinweg waren, woran auch ein paar kritische Fragen nichts ändern. Es ist hierzulande wohl beispiellos, dass eine große Tageszeitung sich einem Unternehmen und großen Werbekunden so schamlos an den Hals wirft, belohnt übrigens mit etlichen Anzeigen in der fraglichen Ausgabe. Der PR-Abteilung von Volkswagen kann man da nur gratulieren - der "Welt" hingegen attestierte der Presserat, mit der Aktion u.a. gegen die Präambel des Pressekodex verstoßen zu haben, die mahnt, das "Ansehen der Presse" nicht zu gefährden.

 

Bericht aus Berlin

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“Bericht aus Berlin”

Eigentlich haben die Sommerinterviews der Öffentlich-Rechtlichen nur selten das Zeug zum großen Aufreger - im Falle von FDP-Chef Christian Lindner war das in diesem Sommer allerdings anders. In einer Art Schnellfragerunde reichte ARD-Hauptstadtstudioleiterin Tina Hassel im ausgelagerten Online-Format “Frag selbst” mehrere Fragen des Publikums an den FDP-Chef weiter, darunter auch diese: “Lieber Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?” - offenbar eine Anspielung auf Lindners elf Jahre jüngere Lebensgefährtin. “Geschmacklos”, platzte es wenig später aus dem Gast heraus. Als Politiker müsse man es nicht hinnehmen, wenn Fragen nach dem Privatleben gestellt würde. Hassel entgegnete, sie sei Anwältin der Zuschauer-Fragen, räumte jedoch gleichzeitig ein, sie selbst hätte die Frage auch nicht gestellt – warum man sie dann redaktionell dennoch auswählte, ließ sie offen, versprach später allerdings, in Zukunft sensibler mit Userfragen umgehen zu wollen.

Hubert Burda Media

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Hubert Burda Media

Unter dem Motto "Print macht stark" hat Hubert Burda Media Anfang November eine Kampagne für Verlags-Journalismus gestartet und spielt sich mit prominenten Testimonials zum Hüter von Pressefreiheit auf. Peinlich nur: Der Verlag verdient seit Jahren Geld mit niederträchtigen Yellow Press-Blättern, deren regelmäßige Desinformation mancher schon fast als Fake News bezeichnen würde. Sein Geld mit gedrucktem Schund zu verdienen, aber gedruckte Medien per se mit viel zu viel Pathos feiern zu wollen weil es für Burda augenscheinlich nicht auf den Inhalt sondern nur das Papier ankommt, ist verlogene Augenwischerei.

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