Derzeit ist Sat.1 der profitabelste Fernsehsender der ProSiebenSat.1-Gruppe. Der Erfolg resultiert aus dem starken Aufstieg des Senders im Jahr 2005 als man ganz "Verliebt in Berlin" war. Die Quoten stiegen, die Kreativität und der Mut wurde gelobt. Zwar legte Sat.1-Chef Roger Schawinski in schöner Regelmäßigkeit auch Flops auf das Quoten-Parkett, die aber im Sog von "Verliebt in Berlin" und anderen Erfolgen dem Image des Senders kaum schadeten.Die TV-Saison 2006/07 hingegen hätte für Sat.1 nicht schlechter starten können. Im DWDL.de-Interview war sich Roger Schawinski im Frühjahr noch sicher: "Die zweite Halbzeit gehört uns". Doch im zweiten Halbjahr 2006 haben sich die Quoten nicht verbessert, im Gegenteil. Neustarts wie "Schmetterlinge im Bauch", Neuauflagen wie das verlängerte "Verliebt in Berlin" oder früher erfolgreiche Formate wie "Clever" und "Schillerstraße" tun sich schwer wie auch der ausgezeichnete Vierteiler "Blackout" - der gleich völlig durchfiel beim Publikum. Allein ein erfolgreich umgebauter Sonntagabend ist zu wenig, um dem Start in die derzeitige Saison etwas Positives abzugewinnen.

Im Januar sollen die beiden Telenovelas am Vorabend mit Korrekturen am Cast und Buch bessere Quoten einfahren. Gelingt dies nicht, ist das zumindest nicht mehr das Problem von Roger Schawinski. Sein bisherige Stellvertreter und Unterhaltungschef Matthias Alberti hat dann die Zügel in der Hand. Die spannende Frage: In welche Richtung reitet er? Bei einer solchen internen Lösung der Chef-Personalie sollte man keinen Bruch mit dem bisherigen Kurs von Herrn Schawinski rechnen, wenn das Verhältnis zwischen beiden so gut ist, wie es heißt.
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