Eis, Deo und (Urlaubs-)Vergleichsportale sind alles Produkte, für die im Sommer ganz besonders häufig geworben wird, auch im linearen Fernsehen. Hinzu kommen oft noch Reiseanbieter oder auch ausländische Tourismusministerien, die für ihr Angebot bzw. ihr Land werben. In diesem Sommer ist das etwas anders, zumindest in den Werbeblöcken der klassischen TV-Sender herrscht aktuell eine kleine Sommerflaute, in die von All Eyes on Screens ermittelten Werbecharts schummeln sich seit Wochen nur selten klassischer Somme-Produkte. 

So war es auch in der vergangenen Woche: Angeführt wurde das Werberanking da von der Ferrero-Marke "Kinder", die schon zuletzt sehr stark im TV beworben war. 1.155 Spots reichten mal wieder für eine sehr hohe Bruttoreichweite in Höhe von 830 XRP.  Vervollständigt wird das Treppchen von McDonald’s (729 XRP) und Dr. Oetker (673 XRP). Vor allem der Fast-Food-Konzern schaltete deutlich mehr Spots als Ferrero für "Kinder", landete bei der Bruttoreichweite aber trotzdem deutlich dahinter. 

Auffällig ist die Werbe-Zurückhaltung im klassischen TV von Trivago. Die Hotel-Suchmaschine steigerte ihre Werbeintensität im vergangenen Jahr bis zum Sommer immer weiter, der Höhepunkt des Jahres war Ende Juli erreicht, als zeitweise fast 350 Spots pro Tag liefen. In diesem Jahr hält sich Trivago stark zurück, seit Mitte März gab es nur zwei Tage, an denen mehr als 50 Werbespots liefen. Ein Anstieg ist zudem nicht zu erkennen, im Gegenteil: Bis Mitte März war Trivago noch etwas umtriebiger, aber längst nicht so wie 2025. 

Trivago-Konkurrent Booking.com hat seine Werbeaktivitäten im TV in den zurückliegenden Tagen sogar vollkommen eingestellt. Den Höhepunkt der offenbar sehr kurzen Sommer-Kampagne erreichte man bereits Anfang Juli, als zeitweise mehr als 100 Spots pro Tag liefen. Auch die Unilever-Marke Axe war in den zurückliegenden Wochen seit Mitte Juni überhaupt nicht mehr präsent in den TV-Werbeblöcken. Von Mitte Mai bis Anfang Juni war man allerdings so präsent wie im ganzen Jahr 2025 nie. Mit seinen Eis-Produkten ist Unilever in diesem Sommer noch nie in den Top 25 der Werbecharts aufgetaucht. 

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Das türkische Tourismusministerium war da zuletzt etwas umtriebiger: In der Woche vom 20. bis 26. Juli schaffte man es mit 394 Spots und 279 XRP bis auf Rang 21 (DWDL.de berichtete). Das Ministerium wirbt in diesem Jahr recht regelmäßig für die Türkei als Reiseziel, mehr als 8.000 Spots hat man schon geschaltet, die meisten davon übrigens bei ntv und Vox, wo jeweils rund 15 Prozent der Spots zu sehen waren. Überhaupt wirbt das Ministerium vor allem auf Sendern der RTL-Gruppe sowie RTLzwei und - mit Abstrichen - dem Ersten und Eurosport. Ganz wenige Spots liefen seit Beginn des Jahres auch bei Welt, N24 Doku und Sky. ProSiebenSat.1 blieb vollkommen außen vor. 

Einen Jahres-Bestwert erzielte in der vergangenen Woche die Socken- und Unterwäsche-Marke Snocks. Fast 4.000 Spots platzierte man über verschiedene Sender hinweg, damit waren 388 XRP drin. Snocks bewegt sich damit auf den Spuren von Sky, wo schon seit Jahren die Devise ist: Viel hilft viel. Der Pay-TV-Sender kam mit mehr als 6.700 Spots zuletzt auf 576 XRP. Sky hat allerdings den Vorteil, dass ein Großteil seiner Spots auf eigenen Sendern läuft - das kostet nichts. Die Snocks-Werbung war vor allem auf kleinen Sendern wie Eurosport, MTV oder auch im Pay-TV bei WarnerTV Comedy zu sehen. 

Ähnlich wie Snocks legte auch Dr. August Wolff bei seiner Feuchtigkeitscreme Linola eine Schippe drauf - und das passt dann doch irgendwie zum Sommer. In einem Spot macht man darauf auch aufmerksam ("Gerade im Sommer reibt sich Haut oft wund"). Mit den fast 1.000 Linola-Spots kam Dr. August Wolff in der vergangenen Woche auf 463 XRP, das entsprach Platz 8 im Werbe-Ranking. Umtriebiger war man in diesem Jahr überhaupt noch nie. Und so wird nicht nur der Sommer in Deutschland immer heißer, es ändern sich auch die Werbeblöcke: Juckreiz-Salbe statt Magnum. Die Eismarke war zuletzt überhaupt nicht mehr präsent in der TV-Werbung. 

Das Werberanking kurz erklärt

All Eyes On Screens (früher: AdScanner) stellt für das Ranking eine Liste aller in der vergangenen Woche im deutschen TV ausgestrahlten Werbespots zusammen und ermittelt für diese die in Summe erzielte Reichweite in den gemessenen Vodafone-Haushalten. Da hier die sekundengenaue Reichweite statt der bislang branchenüblichen Werbeinselreichweite als Grundlage dient, spricht All Eyes On Screens von XRP (Exact Rating Points). Da es sich um Brutto-Reichweiten handelt, werden dafür die Einzel-Reichweite jeder Ausstrahlung aufaddiert. Zur Veranschaulichung: Läuft ein Spot zehn Mal und erreicht dabei jeweils fünf Prozent der gemessenen Vodafone-Haushalte, ergibt das für die gesamte Woche 50 XRP - auch wenn es immer die gleichen fünf Prozent gewesen wären.