The Grand Tour © Amazon
DWDL.de-Kritik zu Amazons neuer Auto-Show

"The Grand Tour": Auf Hochglanz polierter Car Porn

 

Bei der BBC flog er raus, Amazon nahm ihn auf: Jeremy Clarkson und seine Mitstreiter sind mit "The Grand Tour" zurück. Die heute gestartete Auto-Show ist eine Orgie der opulenten Bilder, rasanten Duelle und deftigen Gags - und stellt das neue "Top Gear" in den Schatten.

von Thomas Lückerath
18.11.2016 - 12:15 Uhr

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Der wichtigste Ratschlag gleich vorweg: Egal ob Sie schon einmal "Top Gear" gesehen haben oder nicht, ob sie Jeremy Clarkson und sein Team kennen oder nicht - egal warum sie Amazons Autoshow "The Grand Tour" einschalten: Tun sie dies nicht mit deutscher Tonspur. Hier geht es nicht um das so oft affektierte "Ich gucke nur im Original"-Gerede. Das Problem ist viel mehr: "The Grand Tour" wurde nicht wirklich synchronisiert. Stattdessen gibt es ein Voice Over, was jedoch viel von der Atmosphäre nimmt.

Wir sehen Jeremy Clarkson beim Verlassen eines Bürogebäudes. Er gibt seinen Mitarbeiterausweis ab, spannt den Schirm auf und trottet im britischen Regen davon. Ohne einmal die BBC zu nennen, ist klar worauf dieser Einstieg der neuen Amazon-Show abzielt. Das funktioniert sogar wenn man sich sonst nicht für Autos oder Autosendungen interessiert. Die Trennung von Clarkson der BBC hat schließlich für reichlich Schlagzeilen gesorgt, selbst in Deutschland.

Wir sehen Clarkson mit dem Taxi durch das verregnete London zum Flughafen fahren. Aus dem Radio tönen Beiträge über sein Ausscheiden bei "Top Gear" - und genau hier hört man im Original die Radiobeiträge stimmungsvoll eingefügt. Das deutsche Voice Over wirkt da plump. Erstmal im sonnigen Kalifornien gelandet wird die britische Tristesse durch "I can see clearly now the rain has gone" in Hintergrund.

Erst einsam, dann mit seinen beiden Kollegen (Richard Hammond und James May) und am Ende in einer ganzen Kolonne an Fahrzeugen brettern sie gemeinsam auf eine mitten in der Wüste aufgebaute Bühne zu. Dort warten schon hunderte Fans. Die sich aufbauende Euphorie der jubelnden Menge, der heranrasenden Autos, der zum Höhepunkt kommenden Musik ejakuliert dann in Düsenjets, die in Formation über der surrealen Kulisse im Nirgendwo der USA fliegen.

The Grand Tour
© Amazon


Wir. Sind. Wieder. Da. Das Opening von "The Grand Tour" ist, wenn auch mit Augenzwinkern, eine spürbare Demonstration gegenüber "Top Gear" und gibt einen Vorgeschmack auf die Lust zur geilen Inszenierung, um es mal dem Vokabular jenes Trios anzugleichen, das sich auf der Bühne der Menge erst einmal vorstellt - anhand der Firmen, bei denen sie schon einmal gefeuert wurden. Nur Jeremy Clarkson, der sei noch nie irgendwo rausgeflogen. Britischer Humor in der amerikanischen Wüste.

Der Applaus der jubelnden Menge beim großen Comeback ist leider stümperhaft reingeschnitten. Da hätte man sich bei dem großen Budget und einer ansonsten so starken Sendung mehr Geschick gewünscht. Als Jeremy Clarkson "witzelte", man sei ja jetzt eine Show im Internet, da könnte er es ja jetzt auch mit einem Pferd oder Hund treiben, lachte aber zu Recht niemand. Er bleibt halt grenzwertig wie dieser eine Onkel den wir alle an Weihnachten sehen werden. Der, der unfassbar lustig ist nur einfach nicht weiß, wann genug genug ist.

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