Eine Branche im Umbruch mit Party neben der Baustelle. Während die deutsche TV- und auch Streamingbranche mit Marktsättigung, Social Video und abwandernden Werbegeldern kämpft, die Produktionsbranche darüber hinaus um Impulse und Investitionen, kämpft auch das alt ehrwürdige Carlton Hotel an der Croisette in Cannes um die Stabilisierung seines Stegs am Strand. Die Konsequenz: Der German MIP Cocktail feierte am Montagabend am Rande der Baustelle, gab je nach Perspektive den Blick auf den perfekten Sonnenuntergang über Cannes oder aber nötige Restaurierung frei.

Helge Jürgens, Geschäftsführer Medienboard Berlin-Brandenburg, nutzte seine Begrüßung denn auch für eine demonstrativ optimistische Botschaft. Mit Blick auf die Baustelle am Veranstaltungsort scherzte er zunächst, er komme sich „eigentlich vor wie zu Hause, nämlich in Berlin. Berlin ist nämlich eine Baustelle“. Für die TV- und Medienwirtschaft wollte er dieses Bild allerdings ausdrücklich nicht gelten lassen: „Unsere Branche empfinde ich aber nicht als Baustelle.“ Trotz technologischer Umbrüche und schwierigerer Finanzierungsbedingungen habe er „ein ganz gutes Gefühl, dass wir es hinkriegen“.

Entscheidend sei dabei das gemeinsame Handeln. Die Länderförderer würden die Branche auch beim nächsten Technologiesprung und beim digitalen Storytelling unterstützen. Jürgens’ Appell: „Habt ein bisschen Mut, wir sind dabei. Lasst uns positiv denken. Ich glaube, wir schaffen das gemeinsam.“ Maurice Quentin, der stellvertretend für den verhinderten Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, Walid Nakschbandi, sprach, überbrachte dessen Grüße nach Cannes. Neben den Branchengästen der MIPCOM feierten am Montagabend auch Cast & Crew der neuen Serie „Queen Silvia“ mit, die am Dienstagabend in Cannes ihre Weltpremiere feiert - bevor sie in Deutschland bei Prime Video und danach Sat.1 zu sehen sein wird.

Bevor bis nach Sonnenuntergang gefeiert wurde, betonte Jürgens, wofür ein Branchentreffen wie der German MIP Cocktail mindestens ebenso wichtig ist wie für Deals und Networking: persönliche Begegnungen: „Am Ende sind wir es, die Menschen mit den Geschichten, die an solchen Lagerfeuern Geschichten erzählen. Und das macht unsere Branche aus. Das wird nie von Avataren ersetzt werden.“