Die Weihnachtspause dürfte bei der Belegschaft von RTL Deutschland nur bedingt besinnlich ausgefallen sein: Seit dem 2. Dezember herrscht Sorge und Ungewissheit. Vor einem Monat hatte Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland, der Belegschaft bei einem „Business Update“ die Neuaufstellung des Hauses angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen und verändertem Markt angekündigt. In Zuge dessen würden nach der wenige Wochen zuvor angekündigten Schließung der Produktionsfirma 99pro bei RTL Deutschland noch einmal rund 600 Arbeitsstellen abgebaut.
Wie genau das aussehen soll und wer eigentlich betroffen ist, blieb offen. Ausgerechnet zur Weihnachtszeit also große Unsicherheit. Antworten zur neuen Struktur und den vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden wurden für den 7. Januar angekündigt, den ersten Werktag nach den Weihnachtsferien in NRW. An dem Zeitplan hält man auf DWDL-Nachfrage auch fest: Mittwoch gibt es Details zu „Shift 2026“, so der Projektname des Restrukturierungsprogramm bei RTL Deutschland mit dem man sich grundlegend neu aufstellen will für ein stärker von Streaming geprägtes Geschäft.
Anders als bei der Ankündigung von „Shift 2026“ vor einem Monat soll die konkretere Kommunikation diesen Mittwoch mit Details für einzelne Geschäftsbereiche nicht zentral über ein „Business Update“ sondern dezentral über sogenannte „All Hands Spezial“ in den jeweiligen Abteilungen laufen. Nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de erfahren die Mitarbeitenden dabei am Mittwochvormittag zunächst, wie ihr Bereich künftig organisatorisch aufgestellt und ausgestattet ist.
Parallel dazu möchte man am Mittwochvormittag als Mitarbeitender von RTL Deutschland lieber keine eMail erhalten, denn die gut 600 Mitarbeitenden (inkl. einiger Halbtags-Beschäftigten), die vom Abbau der rund 600 Stellen betroffen sind, werden zeitnah eine eMail mit der Einladung zum Gespräch über ihre Optionen erhalten. Diese sollen nach DWDL.de-Informationen dann noch am Mittwoch oder Donnerstag stattfinden. Im Dezember kündigte RTL Deutschland an, den Stellenabbau im Rahmen eines speziellen Abfindungsprogramms oder über Altersteilzeitregelungen umsetzen zu wollen.
Es wird demnach eine Woche der Wahrheit, einerseits für die Beschäftigten von RTL Deutschland, die fünf Wochen lang im Ungewissen darüber waren, ob sie von der Umstrukturierung betroffen sind. Gleichzeitig aber beobachtet auch die Branche gespannt, wie genau sich RTL Deutschland organisatorisch neu ausrichten will. RTL Deutschland-CEO Schmitter sagte Anfang Dezember: "Diese Maßnahmen sind tiefgreifend, aber zwingend notwendig und werden die Position von RTL Deutschland angesichts der strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen nachhaltig stärken."
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