Der Start der letzten deutschen Eigenproduktion bei Disney+ ist nun gut ein halbes Jahr her: Seit „Call my Agent: Berlin“ vertraute der Streamingdienst der Walt Disney Company zuletzt auf die Power seiner internationalen Inhalte, hatte allerdings schon weitere Projekte für Deutschland angekündigt. Für diese gab es am Donnerstagabend in Berlin beim Disney Content Showcase nun eine genauere Terminierung, noch dazu die Ankündigung zweier gänzlich neuen Serien-Projekte aus den Häusern W&B Television sowie Warner Bros ITVP Deutschland - und darüber hinaus einen Gesamtüberblick übers internationale Angebot 2026.
Noch 2026 allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte, starten drei schon angekündigte Projekte: Die Realitysoap „Yacht Deals Monaco“ (ehemals „Yacht Dream Monaco“), die dystopische Thriller-Serie „City Of Blood“ und das Historiendrama „Vienna Game“. Den Anfang macht im August die von Leonine produzierte Realitysoap, „die erste europäische Yacht-Broker-Show“. Zwei der erfolgreiche Yacht-Broker stellen ein neues Team zusammen, die Realitysoap verfolgt acht Bewerber zwischen „Tasks, Pitchings und dem Privatleben vor der atemberaubenden Kulisse des Fürstentums Monaco“. Es ist bei deutschen Auftragsproduktionen der erste Vorstoß von Disney+ in die non-fiktionale Unterhaltung.
Am 16. September kommt dann das vielleicht ambitionierteste Serienprojekt, das Disney+ bislang in Deutschland beauftragt hat: Die schon im Frühjahr 2024 gedrehte SciFi-Fantasy-Serie „City of Blood“ zeichnet ein düsteres Zukunftsbild in Zeichen des Klimawandels: In Berlin herrscht unerträgliche Hitze, wenige Privilegierte leben unter einer vollklimatisierten Kuppel angenehm, der Rest der Stadt kämpft ums Überleben zwischen Korruption und Verbrechen. Vampire kontrollieren das organisierte Verbrechen und Streben nach politischer Macht, um ihr Überleben zu sichern. Blut ist die Währung der Stadt geworden.
Die mit Lea Drinda und Soma Pysall in den Hauptrollen sowie u.a. Mouataz Alshaltouh, Franz Hartwig, Jördis Triebel, David Schütter, Jenny Schily, Dagmar Manzel, Melika Foroutan, Jan Georg Schütte und Lars Eidinger hochkarätig besetzte Serie aus dem Hause Amusement Park basiert auf der der Graphic-Novel-Reihe „Berlin Noir“. Showrunner und Regisseur der Serie ist Philipp Kadelbach. Kreiert wurde die Serie von Kadelbach und Elena Lyubarskaya, die gemeinsam mit Kim Zimmermann, Daniela Baumgärtel, Martin Behnke, Nicki Bloom, Tillmann Roth und Bernd Lange die Drehbücher geschrieben haben.
Im November folgt das sechsteilige, ebenfalls stark besetzte Historiendrama „Vienna Game“ über den Wiener Kongress 1814. Disney verspricht ein „packendes Machtspiel um Einfluss, Intrigen und große Emotionen“. Im Zentrum steht Wilhelmine von Sagan, eine brillante und verführerische Adlige, die entschlossen ist, die Zukunft Europas zu gestalten. Während Wien zu einem glitzernden Schachbrett der Macht und Verführung wird, müsse Wilhelmine durch ein tückisches Netz aus Diplomatie, Spionage und Verrat navigieren.
Produzentin und Co-Creator ist Bettina Kuhn für die Wiener Satel Film, einer Tochter von Bavaria Film. Das Drehbuch stammt von Creator und Autor Stefan Brunner, Regie führt Hannu Salonen und für die Kamera ist Felix Cramer verantwortlich. Das Couture Design liegt in den Händen der renommierten Modeschöpferin Susanne Bisovsky. Vor der Kamera gehören Marlene Tanczik, Daniel Donskoy, Alexander Scheer, Fritz Karl, Erwin Steinhauer, Axel Milberg, Rufus Beck, Jakob Diehl, Vladimir Burlakov, Trystan Pütter, Emma Nova, Roxane Duran, Catrin Striebeck und Heike Makatsch zum Cast.
Erste Bilder dieser beiden für 2026 terminierten Serienprojekte sind vielversprechend, lassen aber auch erkennen: Hier ist Disney+ sehr ambitioniert in Genre-Tiefen unterwegs. Einmal SciFi mit Fantasy-Elementen, einmal historisches Spektakel mit einer Brise Humor. Letzteres dürfte Serienfans an die weitgehend unbeachtete, aber großartige Historien-Serie „The Great“. Während die Konkurrenten Netflix und Prime Video längst den Mainstream in den Fokus genommen haben, legt Disney+ mit „City of Blood“ und „Vienna Game“ nochmal zwei HighConcept-Serien vor und doch war am Donnerstagabend in Berlin auch bei Disney+ ein Genre-Schwenk zu vernehmen.
Zwei neue Projekte wurden angekündigt von Benjamina Mirnik-Voges, beide sind Literaturverfilmungen - einmal Krimi, einmal New Adult, womit auch Disney+ fürs LineUp 2027 ins Populäre dreht. „Monster“ ist die Verfilmung eines Nele-Neuhaus-Krimis als sechsteilige Miniserie, die als erste Disney+ Auftragsproduktion von vornherein in Zusammenarbeit mit dem ZDF entsteht. Seit Mitte Januar wird bereits im Taunus und in Berlin gedreht. In den Hauptrollen der Serie spielen Tim Bergmann und Mina Tander das Ermittlerteam Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Mit dabei sind außerdem u.a. Anna Maria Mühe, Trystan Pütter, Bardo Böhelfeld, Bea Brocks, Katja Bürkle und Michael Schenk. Die Serie, von der es am Donnerstag auch erste Szenen zu sehen gab, wird produziert von W&B Television. Produzent: Benjamin Benedict.
Disney+ gab in Berlin dann auch noch das Greenlight für die Serienadaption des ersten Teils der New-Adult-Romanreihe „Westwell“ von Lena Kiefer bekannt. Angesiedelt in der New Yorker High Society wird die Geschichte von Helena Weston und Jessiah Coldwell erzählt. Erben zweier verfeindeter Immobilien-Dynastien, die durch eine Tragödie miteinander verbunden sind. Produziert wird „Westwell“ von der Warner Bros ITVP Deutschland. Nähere Angaben zum Projekt machte Disney+ hier vorerst noch nicht. Das Casting bereite gerade aber großes Vergnügen, berichtete Mirnik-Voges.
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