Im Zuge des Restrukturierungsprogramms "Shift 2026" hatte RTL Deutschland vor einigen Wochen vor allem harte Einschnitte bei RTL News angekündigt. Einige dieser Veränderungen sind durch Streichungen bereits jetzt sichtbar, andere Neuerungen folgen erst. So hatte man in Köln auch angekündigt, dass RTL und ntv künftig eine gemeinsame Magazinstrecke am Morgen senden sollen - und nun ist auch klar, wann es damit losgehen wird.
"Deutschland am Morgen", so der finale Name der gemeinsamen Sendung, wird erstmals am 4. Mai zu sehen sein. Damit erfolgt der Start rund einen Monat früher als man das zuletzt in Aussicht gestellt hatte. Gesendet wird aus dem neuen ntv-Studio, das der Nachrichtensender gerade erst vorgestellt hatte (DWDL.de berichtete). Bislang war nur klar, dass ntv ab Mai aus dem neuen Studio senden wird, ein genaues Datum nannte der Sender bislang nicht. Nun ist immerhin klar: Irgendwann zwischen dem 1. und 4. Mai wird es soweit sein.
Fest steht inzwischen auch, welche Moderatorinnen und Moderatoren das Publikum künftig durch das Morgenprogramm begleiten werden. So sind die Moderationspaare Sabrina Ilski und Jörg Boecker sowie Sibylle Scharr und Jan Malte Andresen künftig zwischen 6 und 9 Uhr im Einsatz. Es ist die bisherige Sendestrecke der "Punkt"-Sendungen von RTL, die im Zuge des Umbaus verschwinden. Zum erweiterten Moderationsteam gehört auch das Duo Sarah Oswald und Daniel Fischer.
© RTL / Lena-Luise Grellert / Maya Claussen
Die zwei Hauptmoderationsduos (von links): Jörg Boecker und Sabrina Ilski sowie Sybille Scharr und Jan Malte Andresen
Damit setzen RTL und ntv bei den Moderationsduos auf eine Mischung. Ein Gesicht dürften die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Regel von RTL kennen, das andere vom Nachrichtensender. So steht Sabrina Ilski seit 2024 im Wechsel mit Katja Burkard für "Punkt 12" vor der Kamera, während Boecker seit 2017 zum Moderationsteam von ntv zählt. Sibylle Scharr moderiert bereits seit 2010 für ntv, ihr künftiger Morgen-Kollege Jan Malte Andresen ist seit 2024 für RTL im Einsatz ("Punkt 6/7/8"). Seit 2022 werden die genannten "Punkt"-Sendungen auch von Daniel Fischer präsentiert, seine neue Moderationspartnerin Sarah Oswald ist seit 2024 Host von "ntv Service".
Für die Zuschauerinnen und Zuschauer der bisherigen "Punkt"-Sendungen wird sich damit einiges ändern. Nicht nur visuell durch das neue Studio, sondern auch personell. Zum bisherigen Moderationsteam der Sendungen gehörten beispielsweise auch Simon Beeck und Annett Möller, sie sind nicht mehr Teil der neuen Morgenschiene. Gleiches trifft auf Vanessa Civiello zu, die bereits in der vergangenen Woche ihren letzten Auftritt hatte.
Feste Struktur und Rubriken
In Köln bezeichnet man "Deutschland am Morgen" als "plattformübergreifende 360-Grad-Marke". Man wolle die Sendung im TV mit digitalen Angeboten und Social Media eng verzahnen. Ansonsten sei die Sendung der "tägliche Begleiter für alle, die bestens informiert und gut unterhalten in den Tag starten wollen", wie es von RTL und ntv heißt. Geplant ist ein strukturiertes Stundenschema mit Nachrichten, Sport, Wetter und Rubriken wie "Meinung am Morgen", "Gesund am Morgen" oder "Geld am Morgen". Darüber hinaus soll es auch Talks mit Gästen geben.
"Mit ‚Deutschland am Morgen‘ liefern wir weiterhin täglich drei Stunden beste Live-Information am frühen Morgen aus einem hochmodernen, vollautomatisierten Studio."
Martin Gradl, Geschäftsführer RTL News und ntv
Martin Gradl, Geschäftsführer RTL News und ntv, sagt zum Start des neuen Programms: "Mit ‚Deutschland am Morgen‘ liefern wir weiterhin täglich drei Stunden beste Live-Information am frühen Morgen aus einem hochmodernen, vollautomatisierten Studio – informativ und unterhaltsam zugleich für einen starken Start in den Tag! Dass wir bereits einen Monat früher als geplant starten können, ist der herausragenden Leistung unserer Teams und ihrem großen Engagement zu verdanken."
Und Susanne Althoff, stellvertretende Chefredakteurin ntv, ergänzt: "Unsere neue Newsshow am Morgen holt die Zuschauerinnen und Zuschauer genau dort ab, wo ihr Tag beginnt: mit den wichtigsten Themen, klarer Einordnung und einer Ansprache nah an ihrer Lebensrealität. Wir verbinden verlässliche Nachrichten mit Gesprächen, informativer Unterhaltung sowie Service und schaffen so Orientierung für den Tag. Besonders freut uns, dass wir drei überzeugende Duos für ‚Deutschland am Morgen‘ gewinnen konnten, die journalistische Kompetenz, Glaubwürdigkeit und eine sympathische Moderation ideal vereinen."
Hohe Erwartungen
Die Erwartungen an das neue Format sind hoch: Die "Punkt"-Sendungen von RTL erzielten bislang gute Quoten und konnten sich in den zurückliegenden Jahren nach und nach steigern. Vor allem die Sendungen um 6 und 7 Uhr lagen zuletzt deutlich über dem Senderschnitt. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mit durchschnittlich rund 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ist der Programmrand nicht sehr reichweitenstark. Die gemeinsame Morgensendung von RTL und ntv war auch eine wirtschaftliche Entscheidung.
Dass auch am Morgen mehr drin sein kann, stellt regelmäßig das "Frühstücksfernsehen" in Sat.1 unter Beweis, die Sendung bei der Konkurrenz kommt im laufenden Jahr auf nur etwas weniger als 400.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Trotz zahlreicher Anstrengungen in der Vergangenheit ist es RTL bislang nicht gelungen, diese Dominanz zu brechen.
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