Ein doppelter Sieg am Montagabend bei der CIVIS-Verleihung im Rahmen der re:publica, fast so glamourös wie der Oscar-Gewinn vor zwei Monaten: „Ein Nobody gegen Putin“ („Mr. Nobody against Putin“) gewann den CIVIS Video Award Information sowie den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis (CIVIS Top Award). Der Film des US-amerikanischen, in Kopenhagen lebenden Regisseurs David Borenstein und des russischen FIlmemachers Pavel Talankin ist eine Koproduktion von Dänemarks öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt DR, der BBC aus dem Vereinigten Königreich sowie ZDF und Arte.
Die Jury sagt über die doppelt bepreiste Produktion: "Aus der Perspektive eines Lehrers entsteht ein außergewöhnliches Dokument über den Alltag im autoritären Russland. Mit Mut, Humor und großer erzählerischer Kraft zeigt der Film, wie staatliche Ideologie in den Alltag eindringt, besonders in die Welt der Kinder. Das umfangreiche, intime Bildmaterial macht die Geschichte zugleich zu einem wichtigen Zeitdokument über eine Gesellschaft im Krieg – in diesem Fall einem Krieg, der nicht zuletzt auch das politische und gesellschaftliche Geschehen in der EU stark prägt."
Den CIVIS Video Award Fiktion bekommt die Autorin Hafsia Herzi für die deutsch-französische Koproduktion „Die jüngste Tochter“ (Alamode Filmdistribution / June Films /Katuh Studio). Beteiligt sind auch ZDF/Arte. In der Kategorie Social Media erhält Büsra Sayed den Preis für ihr Instagram-Reel „busra.caramella: Wie Medien und Politiker die deutsche Gesellschaft spalten.“ Der CIVIS Audio Award für lange Beiträge geht an Inga Lizengevic für das Feature „Generation U - Ukrainische Jugendliche in Deutschland" (Deutschlandfunk / SWR Kultur), bei den kurzen Audio-Beiträgen gewinnt Sylke Blume mit „MausLive: Belal kommt aus Afghanistan“ (WDR).
Gewinnerin des Publikumspreises CIVIS Audio Award Podcast ist die Autorin Pamina Rosenthal mit ihrer Produktion „Spielabbruch - Macht Gewalt den Amateurfußball kaputt? - Staffel 1, Folge 1: Der ganz normale Wahnsinn“ (Radio Bremen / BR / ARD) Und Ione Monje Martinez und Felipe Calvo Larrain gewinnen mit „Soforem“ (Escuela de Cinematografía y del Audiovisual de la Comunidad de Madrid) den Young C. Award. Die Reihe der ausgezeichneten Produktionen komplettiert der Film „Extrawurst“ (Lieblingsfilm / Studio Canal). Regisseur Marcus H. Rosenmüller und der Produzent Robert Marciniak erhalten den Publikumspreis Civis Cinema Award.
Im Wettbewerb um den diesjährigen CIVIS Medienpreis waren mehr als 800 Beiträge aus 26 EU-Staaten und der Schweiz. Die Auszeichnung gilt als bedeutendster Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt, wird - in sich wandelnder Form - seit 1988 in unterschiedlichen Kategorien verliehen. Offiziell heißt es: Man zeichne "Programmleistungen im Radio, Fernsehen, Internet aus, die das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern." Die Verleihung steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments. Eine Aufzeichnung ist ab Mittwoch in der ARD Mediathek verfügbar, wird in der Nacht zum Donnerstag um 00.15 Uhr auch im Ersten ausgestrahlt.
Ausgeschrieben wird die Auszeichnung von der ARD, vertreten durch den WDR. Medienpartner sind ORF, SRG SSR, ARTE, 3sat, Deutsche Welle, Deutschlandradio und die EBU. Zu den Partnern gehören die WDR mediagroup, die Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten, die VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten, die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), die Postcode Lotterie sowie die Harald Christ Stiftung für Demokratie und Vielfalt.
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