Drei Jahre Produktionspause bei "Tatort" und "Polizeiruf", der Wegfall von "MDR um 2" und dann gibt man auch noch das "Mittagsmagazin" ab - hinzu kommen viele weitere kleinere Einsparungen im Programm. Der MDR hat in den vergangenen Wochen mit gleich einigen großen Sparmaßnahmen für Schlagzeilen gesorgt. Und als erste ARD-Anstalt hat man auch ziemlich klar kommuniziert, woran das aus Sicht der Verantwortlichen liegt: An der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags. 

MDR-Intendant Ralf Ludwig hat nun dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" ein Interview gegeben und darin auch über den aktuellen Spardruck gesprochen. Den Vorwurf, dass man nun vor allem am Programm spare, weist Ludwig zurück. "Wir sparen an Strukturen, wir sparen in der Verwaltung, wir sparen an den Verbreitungskosten", so der MDR-Intendant. Und zu den Einsparungen im Programm erklärt Ludwig: "Wenn wir eine Beitragserhöhung auf 18,94 Euro monatlich bekommen hätten, wie es die KEF ursprünglich empfohlen hat, müssten wir diese Schritte nicht gehen."

Den Vorwurf, der MDR habe bereits in den vergangenen Jahren über seine Verhältnisse gelebt, will Ludwig ebenfalls nicht gelten lassen. Er sagt: "Nein, wir haben nicht über unsere Verhältnisse gelebt. Wie bereits gesagt, haben wir nach den KEF-Vorgaben unsere Rücklagen abgebaut." Wenn er sich etwas vorzuwerfen habe, dann, "dass ich zu sehr darauf vertraut habe, dass sich die Länder an ihre eigenen gesetzlichen Regelungen halten und die KEF-Empfehlung zur Anhebung des Rundfunkbeitrags umsetzen".

In dem "Spiegel"-Interview mit Ralf Ludwig geht es auch um die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD im September sogar die absolute Mehrheit holen könnte. Für einen solchen Fall hat die Partei bereits angekündigt, die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Das würde eine lange Hängepartie nach sich ziehen - und für viele Fragezeichen rund um die Zukunft des MDR sorgen, wobei die Anstalt an sich bestehen bleibe würde (DWDL.de berichtete). 

Sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit holen, geht MDR-Intendant Ludwig davon aus, dass die Partei die Staatsverträge kündigen wird - zu prominent hat die Partei das zuletzt immer wieder angekündigt. "Die Leidtragenden wären in erster Linie die Menschen, die den MDR und seine unabhängigen Angebote sehr stark nachfragen und schätzen", so Ludwig, der auch darauf verweist, dass die Kündigungsfrist zwei Jahre beträgt. Bis Ende 2028 würde sich also erst einmal wenig bis nichts ändern. 

Ludwig verweist außerdem darauf, dass das Land einen Ersatz-Rundfunk aufbauen müsste - und dass das am Ende wohl kaum günstiger zu machen sei als in dem aktuellen Modell. Für den MDR würden sich nach dem Ablauf der Kündigungsfrist aber dennoch einige Fragen stellen. "Es würde ein Programmumfang in Höhe von 150 Millionen Euro wegfallen", so der MDR-Intendant. 

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