Der WDR wird an diesem Mittwoch sowie auch am Donnerstag von den Gewerkschaften DJV, ver.di sowie Unisono bestreikt. Hintergrund ist die Tatsache, dass das Unternehmen bei der letzten Verhandlungsrunde mit der Mediengewerkschaft VRFF eine Einigung erzielte, nicht jedoch mit den anderen drei Gewerkschaften. Das brachte die Verhandler von DJV, ver.di und Unisono auf die Palme, allerdings verhandelte die VRFF damals länger als die anderen Gewerkschaften (DWDL.de berichtete).
Der WDR hatte schon angekündigt, das mit der VRFF ausgehandelte Ergebnis auf alle festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwenden zu wollen. Freie sowie Musikerinnen und Musiker sind davon jedoch ausgenommen. Der WDR hatte schon angekündigt, den drei Gewerkschaften ähnliche oder sogar gleiche Konditionen anzubieten wie der VRFF - ein entsprechendes Angebot gab es zumindest in der letzten Verhandlungsrunde aber noch nicht.
Vom DJV heißt es nun, der WDR setze den "Betriebsfrieden aufs Spiel". Volkmar Kah, Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW und DJV-Verhandlungsführer, sagt: "Der WDR versucht mit einem kargen Tarifabschluss, den er ausschließlich mit der Gewerkschaft VRFF getroffen hat, die Belegschaft zu spalten. Sowohl freie Mitarbeiter:innen als auch Musiker:innen gehen dabei komplett leer aus und Festangestellte müssen befürchten, bald zu bedenklichen Konditionen in andere ARD-Anstalten ausgeliehen zu werden." ver.di fordert weiterhin unter anderem 7 Prozent Gehaltserhöhung für alle Festangestellten bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Kah, der sich bereits vor einigen Tagen ziemlich kritisch in Richtung VRFF geäußert hatte, fordert den Verwaltungsrat des WDR dazu auf, "im Interesse des Betriebsfriedens im WDR dem vorliegenden ‘Abschluss’ nicht zuzustimmen". Der DJV-Verhandlungsführer weiter: "Wir sind einerseits konsterniert von diesem beispiellosen Tabubruch. Klar ist aber auch: Wir verhandeln gemeinsam mit den beiden anderen Gewerkschaften weiter mit dem WDR und streiken ab Mittwoch für ein erheblich besseres Tarifergebnis, von dem alle Beschäftigten etwas haben."
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 1. Juli angesetzt, die drei Gewerkschaften wollen nun mit ihrem zweitägigen Streik weit im Vorfeld ein Zeichen setzen. Sowie am Mittwoch als auch am Donnerstag ist angesichts der zu erwartenden Arbeitsausstände mit Auswirkungen auf das Programm zu rechnen. Der Streik endet am Freitag um 2 Uhr in der Nacht. Der WDR hatte schon angekündigt, den drei Gewerkschaften maximal das anzubieten, was man auch der VRFF angeboten hatte.
Update (15:35 Uhr): WDR-Verwaltungsdirektorin Stefanie Drinhausen sagt: "Trotz der angespannten finanziellen Lage haben wir ein faires und tragfähiges Angebot für all unsere Mitarbeitenden gemacht. Die Einigung mit der VRFF für die festen Mitarbeitenden zeigt, dass ein Ergebnis möglich ist, wenn sich beide Seiten aufeinander zu bewegen. Uns ist es wichtig auf Basis der für den WDR bestehenden Rahmenbedingungen, Lohnerhöhungen für alle umzusetzen und auch für unsere Freien und die Musikerinnen und Musiker unserer Ensembles zügig eine Einigung mit den anderen Gewerkschaften zu erzielen. Mit diesem Ziel gehen wir in die nächste Runde am 1. Juli."
von




