Zum fünfjährigen Jubiläum war die Verleihung des Deutschen Entertainment Awards so groß wie nie. Erstmals zog es die Verleihung der Entertainment-Sektion der Produktionsallianz ins Kölner Carlswerk Victoria, wo sich die Unterhaltungsbranche bei besten Temperaturen - anhaltender Herausforderungen zu Trotz - feierte. Um allzu viel gegenseitigem Schulterklopfen entgegenzuwirken, übernahmen diesmal Anna Dushime und Micky Beisenherz die Moderation der kurzweiligen und sparten nicht an die bissigen Bemerkungen über die Branche.

"Wir haben heute alle Senderchefs von ProSiebenSat.1, alle sind da", kommentierte Beisenherz etwa mit Blick auf die jüngste Ankündigung des Medienhauses, die klassischen Positionen der Senderchefs kurzerhand abzuschaffen. Und: "Senderchef, oder wie es auf Koreanisch heißt: Squid Game."

Im Mittelpunkt aber standen die Preisträger - und die waren vorwiegend im ZDF beheimatet. So ging der Preis in der Kategorie "Best Development" an die "heute-show extra: Die unglaubliche Geschichte von Elon Musk" mit Moderatorin Valerie Niehaus, produziert von Prime Productions. In der neu eingeführten Kategorie "Best Short Form" wiederum setzte sich "Smypatisch - Die Show" mit Marie Line Smyrek durch, die vor wenigen Wochen bereits mit einem Grimme-Preis geehrt worden war. Hinter "Smypathisch" steht die Kölner Produktionsfirma btf, wo man sich noch dazu über den von der Film- und Medienstiftung NRW verliehenen Sonderpreis freuen durfte. Hier ging die Auszeichnung an "Maithink X - Die Show", die ja bekanntlich ebenfalls vom ZDF kommt.

Deutscher Entertainment Award 2026 © DWDL Medienminister Nathanael Liminski mit Anna Dushime und Micky Beisenherz.
Überreicht bekamen Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim und ihr Team den Sonderpreis von NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU). Nguyen-Kim zeige mit ihrer Show, "dass Unterhaltung und Bildung kein Gegensatz sein müssen, sondern ganz im Gegenteil ziemlich gut zusammengehen", sagte Liminski. Sie erreiche damit "sehr viele Menschen, die man sonst mit  Programmen, die sich nur auf Unterhaltung oder nur auf Bildung konzentrieren, erreicht". Deswegen sei der Beitrag nicht zu überschätzen, so der Medienminister weiter.

Und auch sonst blieb der Abend in öffentlich-rechtlicher Hand, denn in der Kategorie "Best Adaptation" setzte sich zuvor bereits die von ITV Studios Germany für die ARD-Mediathek produzierte Realityshow "Werwölfe - Das Spiel von List und Tücke" durch.

Doppelten Jubel gab's indes nicht nur bei der btf, sondern auch bei Leonine, bei deren Töchter die beiden Preisträger in der Kategorie "Best Talents" arbeiten. So wurde Laura Caciauna für ihre redaktionelle Arbeit bei i&u Studios ausgezeichnet, während Li von Massow, tätig bei Madame Zheng Production, den Nachwuchs-Preis in der Produktionssparte entgegennahm. Es war zugleich das erste Mal, dass der "Best Talents"-Award zweigeteilt wurde. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. 

Deutscher Entertainment Award 2026 © Claudia Ast-Jürgens / Ralf Jürgens Andrea Schönhuber-Majewski, Rolf Hellgardt, Michelle Müntefering, Walid Nakschbandi, Wiebke Wiesner und Rolf Hellgardt.

Keinen Preis, aber einen erstaunlich großen Blumenstrauß bekam am Ende der Preisverleihung dann noch Andrea Schönhuber-Majewski, die Vorsitzende der Sektion Entertainment in der Produktionallianz, von Geschäftsführerin Michelle Müntefering überreicht - aus gutem Grund, schließlich fielen ihr Geburtstag und das DEA-Jubiläum in diesem Jahr auf denselben Tag. An Anlässen zum Feiern mangelte es an diesem heißen Juni-Abend in Köln-Mülheim also nicht.

Mehr zum Thema