Angesichts weitreichender Sparanstrengungen hatte der MDR vor wenigen Wochen auch angekündigt, die Neuproduktion von neuen "Tatort"- und "Polizeiruf"-Fällen drei Jahre lang ab 2027 auszusetzen (DWDL.de berichtete). Während die betroffenen Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Produktionsfirmen den Schritt kritisierten, verwies der Sender auf die weiter ausstehende Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Nicht von der Pause betroffen sind sechs Krimis, die entweder bereits abdreht waren oder die sich schon in der Vorbereitung befanden.
Und so hat der MDR-Rundfunkrat nun auch grünes Licht gegeben für die Produktion von zwei neuen "Polizeiruf"-Fällen aus Magdeburg, die schon länger geplant waren. Einer davon ist der erste der UFA Mitte, die vor einiger Zeit eine Ausschreibung des MDR gewonnen hatte. Wenn man den Fall abgedreht hat, wird man jedoch erst einmal keine weiteren Filme der Reihe produzieren. Beide Fälle sollen noch in diesem Jahr gedreht werden, die Ausstrahlung will der MDR jedoch strecken, um die Produktionspause irgendwie sinnvoll zu überbrücken.
So wird der "Polizeiruf" mit dem Titel "Die Wütende" (Produktionsfirma 42film) ab September gedreht und dann voraussichtlich im Jahr 2028 ausgestrahlt. Der von UFA Mitte produzierte "Polizeiruf" trägt ironischerweise den Arbeitstitel "Hilferuf" und soll 2029 gezeigt werden, hier sollen die Dreharbeiten im November dieses Jahres stattfinden. MDR-Intendant Ralf Ludwig erklärte am Montag, dass beide Filme von Produktionsfirmen hergestellt würden, die im MDR-Sendegebiet ansässig seien. "Das zahlt auf das Ziel des MDR ein, die regionale Produktions- und Kreativwirtschaft kontinuierlich und konsequent zu fördern. Umso mehr bedaure ich es, dass der ‚Polizeiruf 110‘ ab 2027 für drei Jahre pausieren muss, weil es die Einsparnotwendigkeiten erfordern."
Der Rundfunkrat des MDR hat darüber hinaus am Montag auch den Jahresabschluss 2025 des Unternehmens genehmigt. Demnach beendete der MDR das vergangene Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag in Höhe von 13,2 Millionen Euro. Gegenüber 2024 konnte man das Minus um 31,1 Millionen Euro reduzieren. Der dennoch ausgewiesene Verlust hat keine großen Auswirkungen auf den Sender, der MDR kann die 13,2 Millionen Euro mit den noch vorhandenen Rücklagen ausgleichen - "die jedoch zu Ende gehen", warnt Ralf Ludwig.
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