Der Bayerische Rundfunk hat im Jahr 2025 ausweislich seiner Gewinn- und Verlustrechnung Gesamterträge in Höhe von rund 1,294 Milliarden Euro eingenommen. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von 1,283 Milliarden Euro. Bezieht man dann noch weitere relevante Bilanzposten etwa aus der Investitionstätigkeit mit ein, ergibt sich ein negatives Finanzergebnis von 44,4 Millionen Euro. Das Minus fiel damit umr und sechs Millionen Euro höher aus als im Wirtschaftsplan ohnehin erwartet worden war.

Als wesentlichen Faktor dafür nennt der BR die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags, der laut KEF-Empfehlung schon zum 1. Januar 2025 hätte steigen sollen. Die Bundesländer weigerten sich allerdings, der Empfehlung zu folgen, über eine anhängige Verfassungsklage der Sender ist bis heute nicht entschieden worden. Durch die fehlende Erhöhung entgingen dem BR 32,6 Millionen Euro an Einnahmen im Vergleich zur Jahresplanung.

Das Minus hätte also noch deutlich höher ausfallen können, ein großer Teil habe aber zum Einen durch höhere Erträge aus Finanzanlagen, zum anderen durch eine "umsichtige Haushaltsführung" kompensiert werden können. Der Rundfunkrat des BR hat die Wirtschaftsrechnung genehmigt und den Jahresabschluss festgestellt.

Der BR-Rundfunkratsvorsitzende Godehard Ruppert kommentiert: "Das Jahr 2025 war geprägt durch die angespannte finanzielle Lage aufgrund der nicht erfolgten Beitragsanpassung. Daher sind auch Einsparungen im Programm inzwischen nicht mehr zu übersehen und zu überhören. Der Rundfunkrat ist sich bewusst, dass die langfristige wirtschaftliche Stabilität des BR nur durch strukturelle Konsolidierungsmaßnahmen gewährleistet werden kann. Gleichzeitig gilt es, die Vielfalt, Qualität und regionale Ausgewogenheit des Programms zu bewahren. Der Rundfunkrat wird weiterhin Transparenz über die Prioritätensetzung des BR einfordern und auf eine faire Balance zwischen Sparzwängen und programmlichem Auftrag achten." 

Unterdessen wurde in der Sitzung am 20. Juli auch noch einer Personalentscheidung zugestimmt und Kemal Görgülü zum neuen Produktions- und Technikdirektor berufen. Der bisherige Technische Direktor von Arte tritt zum 1. Februar 2027 die Nachfolge von Birgit Spanner-Ulmer an, die nach 15 Jahren abtritt. Sie hatte unter anderem die Konzeption und Umsetzung der technischen Ausstattung auf dem neuen BR-Campus in München Freimann verantwortet.

BR-Intendantin Katja Wildermuth: "Birgit Spanner-Ulmer hat die technologische Entwicklung des Bayerischen Rundfunks über viele Jahre entscheidend geprägt und vorangetrieben. Mit Innovationskraft und Fachkompetenz hat sie unser Haus durch eine Phase tiefgreifender Veränderungen geführt und zukunftsfähig aufgestellt. Dafür danke ich ihr sehr herzlich. Kemal Görgülü verbindet technologische Exzellenz mit umfassender Führungserfahrung und einer klaren Vorstellung davon, wie öffentlich-rechtliche Medien ihre Angebote in einer digitalen Welt weiterentwickeln können. Das gilt speziell mit Blick auf den wertebewussten Umgang mit neuen Technologien wie KI und Nutzungslogiken der verschiedenen Plattformen. Er bringt beste Voraussetzungen mit, um die Transformation der Produktions- und Technikdirektion erfolgreich fortzuführen und die Zusammenarbeit innerhalb der ARD weiter zu stärken."