Mit Formaten wie "Splash House" und "Love Hunter" oder dem YouTube-Kanal "Breaking Lab" hat die Digital-Unit von i&u Studios in den vergangenen Jahren mit einigem Erfolg diverse Brand- und Creator-Entertainment-Projekte realisiert. Nun bündelt Leonine seine unternehmensweiten Bestrebungen in diesem Bereich im neuen Label Leonine C_, um den "Veränderungen einer zunehmend fragmentierten Mediennutzung Rechnung" zu tragen, wie es heißt. Konkret soll Leonine C_ für Marken und Content-Partner neue Formate, Inhalte und Kooperationen entwickeln, "die in ihren Communitys relevant sind und es Marken damit ermöglichen, über Unterhaltung neue Zielgruppen und Community-Felder zu erschließen".

Erklärtes Ziel seien Formate, die "von Anfang an plattformgerecht gedacht, gemeinsam mit Creatorn entwickelt, hochwertig produziert und glaubwürdig erzählt" sind. Leonine C_ ist dabei - ähnlich wie Leonine Documentaries - als Label und nicht als eigenständiges Unternehmen angelegt. Das Team soll, wie zuvor auch schon die Digitaleinheit von i&u Studios, in Köln sitzen. Angesiedelt ist die neue Unit im Ressort von Jochen Köstler, der die Gesamtverantwortung für alle Non-Fiction-Produktionen der Leonine-Gruppe trägt. Die Zuteilung ist durchaus überraschend, schließlich fungiert i&u-Studios-Geschäftsführer Christian Meinberger bei Leonine Studios als Chief Digital Officer.

"Wir haben bereits eine Reihe von Produktionen umgesetzt, die unsere Kompetenzen erfolgreich miteinander verbinden und für starke organische Reichweiten stehen", sagt Köstler. "Unseren Kunden stehen dabei unsere Talente als Content-Begleiter und -Advisor für den gesamten Entwicklungs- und Umsetzungsprozess zur Seite. Der Name Leonine C_ steht für unseren Anspruch, Communities, Channels, Creator, Content und Campaigns zusammenzubringen und daraus Formate zu entwickeln, die Menschen in der wachsenden Flut an Inhalten erreichen und Marken wirksam positionieren."

Fred Kogel © LEONINE Studios/Thomas Dashuber Fred Kogel
Für Fred Kogel, CEO von Leonine Studios, ist der Ausbau eine konsequente Weiterentwicklung der Geschäftsfelder von Leonine Studios: "Wir haben über die letzten Jahre hinweg bereits viele erfolgreiche Formate im Branded- und Creator-Entertainment realisiert und die Creator-Vermarktungsplattform HOT - Home Of Talents - aufgebaut. Angesichts des wachsenden Bedarfs im Markt war es für uns der nächste logische Schritt, alle Kompetenzen in einer eigenen Unit zu bündeln."

Mit dem neuen Label folgt Leonine Studios einem branchenweiten Trend. Zahlreiche große Produktionshäuser positionieren sich mit Tochterfirmen oder Labels als Brücke zwischen Creator Economy und dem klassischen Produktionsgeschäft, aus dem die meisten der Unternehmen kommen. Einerseits weil immer ambitionierte Formate der Creator Economy kaum mehr ohne Produktionspartner umzusetzen sind. Andererseits weil man damit das Geschäft abgreifen will, was international einzelne Creator mit eigenen Unternehmen umsetzen und damit zur Konkurrenz wurden.

Ganz neu ist der Blick auf digitale Geschäftsfelder nicht, fokussierte sich bei einer ersten Welle vor mehr als zehn Jahren jedoch stärker aufs Thema Branded Entertainment, beispielsweise bei Endemol Beyond. Das erfüllte damals nicht alle Wachstumserwartungen. Doch neben YouTube sind Creator-Szene und Format-Vielfalt dank Instagram und TikTok massiv gewachsen. Das verlockt. So ist bei Constantin Film das Label Constantin Creator entstanden, bei Banijay die Tochterfirma Banijay Media. Und bei Leonine jetzt das neue Label Leonine C_.