Nach vier Jahren an der Spitze des Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen Alice Mascia und DAZN demnächst überraschend getrennte Wege. Wie das Unternehmen mitteilte, wird Mascia den Sport-Streamingdienst zum Ende des Jahres verlassen. DAZN bestätigte damit eine entsprechende Meldung der "Bild". Mascia hatte die Leitung des DACH-Geschäfts 2022 übernommen. Nun habe sie sich dazu entschieden, das Unternehmen zu verlassen, hieß es. Weitere Angaben zu ihren künftigen Plänen machte der Konzern zunächst nicht.

"Als ich vor vier Jahren zu DAZN DACH kam, hatten wir eine klare Mission: das Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten, nachhaltiges Wachstum voranzutreiben und den Weg zur Profitabilität zu ebnen. Heute können wir mit Stolz sagen, dass wir diese Ziele erreicht und DAZN in der DACH-Region grundlegend verändert haben", sagte Alice Mascia. "Wir haben unsere Position sowohl als globale als auch als lokale Sportplattform gestärkt und ein solides finanzielles Fundament für nachhaltiges, profitables Wachstum geschaffen. Ich bin unglaublich stolz auf unser Team, die Kultur, die wir aufgebaut haben, und die Ergebnisse, die wir gemeinsam erzielt haben. DAZN in der DACH-Region ist heute stärker aufgestellt als je zuvor. Ich bin überzeugt, dass DAZN weiterhin erfolgreich sein und langfristig an seine Wachstumsbilanz anknüpfen wird."

Das Unternehmen erklärte, DAZN habe unter ihrer Führung "eine erfolgreiche Transformation durchlaufen und sich strategisch, operativ und wirtschaftlich entscheidend weiterentwickelt". Man danke ihr für ihren "außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung". Tatsächlich war es in den vergangenen Jahren gelungen, das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz profitabel zu machen - allerdings hatte DAZN auch vor dem Hintergrund des Erwerbs hochkarätiger Sportrechte immer wieder an der Preisschraube gedreht. In ihre Amtszeit fiel auch der inzwischen beigelegte Streit mit der Bundesliga, der für einen zwischenzeitlichen Stopp des Verfahrens der Rechtevergabe gesorgt hatte. Aktuell teilt sich DAZN die Bundesliga-Rechte mit dem Konkurrenten Sky, die Rechte an der Champions League hat man ab 2027 hingegen überraschend an Paramount+ verloren.

Mascias Nachfolge ist indes bereits geregelt. So wird Felix Krause schon jetzt als Deputy CEO zu DAZN zurückkehren, ehe er ab Januar 2027 vollständig das Amt des CEOs übernehmen wird. Krause war erst 2025 zu ProSiebenSat.1 gewechselt, wo er seither die Leitung des Bereichs Group Strategy übernahm. Zuvor war er seit Dezember 2018 im Bereich Commercial Strategy & Business Development bei DAZN für die DACH-Region tätig, war also dabei, als der Sport-Streamingdienst kräftig expandierte - vom erstmaligen Erwerb hochkarätiger Fußballrechte bis hin zur letzten Verlängerung der Bundesliga-Rechte. 

"Alice hat DAZN in DACH über vier Jahre geprägt und durch eine anspruchsvolle Phase erfolgreich zur Profitabilität geführt. Einen Teil dieses Weges habe ich selbst begleitet und weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt", sagte Felix Krause. "Ich freue mich darauf, in den kommenden Monaten gemeinsam mit ihr den Übergang zu gestalten." Und: "Die Sportmedienbranche entwickelt sich ständig weiter. Unser Fokus bleibt jedoch unverändert: Wir wollen den Fans das bestmögliche Sporterlebnis bieten, unsere Partnerschaften weiter stärken und das langfristige, nachhaltige Wachstum des Unternehmens vorantreiben."

Internationale DAZN-Personalien

Parallel dazu baut DAZN auch seine internationale Führungsspitze um. Patrick Delany wird neuer Chief Operating Officer (COO) und soll von London aus das operative Tagesgeschäft verantworten. Zu seinem Aufgabenbereich gehören unter anderem Abonnenten- und Umsatzwachstum, Preis- und Paketstrategie, die Verlängerung von Sportrechten und die Beziehungen zu Rechtehaltern sowie Content-Produktion, Werbung und Sponsoring. Delany war seit 2018 CEO der australischen Foxtel Group und zuvor Chef von Fox Sports Australia. Nach der Übernahme von Foxtel durch DAZN verantwortete er zuletzt die Integration des Unternehmens in den Konzern.

Neu zu DAZN kommt außerdem Alex Gersh als Chief Financial Officer. Er folgt auf Darren Waterman, der wiederum die neu geschaffene Position des Chief Business Officer übernimmt. Gersh war zuvor unter anderem CFO von Sportradar und begleitete das Unternehmen bei seinem Börsengang an der Nasdaq. Davor hatte er Finanzchef-Positionen bei Betfair und nach der Fusion bei Paddy Power Betfair inne. Waterman war seit 2022 CFO von DAZN. Als Chief Business Officer soll er künftig strategische kommerzielle Projekte, Partnerschaften und weitere Transformationsvorhaben des Konzerns vorantreiben.