Premiere hebt Ergebnisprognose für 2003 an
Nach einem erfolgreichen 1. Halbjahr mit substanziellem Umsatzwachstum und weiteren Kostensenkungen hebt das Abo-TV-Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2003 an. Der operative Verlust (negatives EBITDA) soll 2003 weniger als 40 Mio Euro betragen.Damit steigert Premiere bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebniserwartung: Im Februar, zum Zeitpunkt der Gesellschaftsrechtlichen Neustrukturierung, sah der Geschäftsplan von Premiere noch einen Jahresverlust von 80 Mio Euro vor. Im April korrigierte das Unternehmen die Prognose bereits um 20 Mio Euro auf höchstens 60 Mio Euro Verlust.
Im 1. Halbjahr 2003 stieg der Umsatz des Abo- TV-Unternehmens auf 471 Mio EUR - ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2002: 372 Mio EUR). Gleichzeitig wurden die operativen Kosten von 636 Mio EUR um 24 Prozent auf 486 Mio EUR gesenkt. Damit konnte Premiere in den ersten sechs Monaten 2003 den operativen Verlust (negatives EBITDA) von 264 Mio EUR auf 15 Mio EUR verringern.
"Mit dem Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr sind wir zufrieden", sagte Dr. Georg Kofler, Vorsitzender der Premiere Geschäftsführung. "In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten wir immer noch viel improvisieren: Neben dem laufenden Geschäft hatten wir umfangreiche Restrukturierungsaufgaben zu bewältigen, um das neue Premiere weiterzubauen. Als besonders erfreulich bewerten wir, dass Premiere
gegen den allgemeinen Branchentrend ein substanzielles Wachstum
vorweisen kann."
2.Quartal: Operativer Verlust nur noch bei 7 Mio. Euro
Im 2. Quartal 2003 hat Premiere die gute Geschäftsentwicklung der ersten drei Monate fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz um 23 Prozent auf 234 Mio Euro (2. Quartal 2002: 191 Mio Euro) gesteigert werden. Die operativen Kosten wurden um 14 Prozent auf 241
Mio EUR (279 Mio Euro) reduziert. Der operative Quartalsverlust
(Basis: EBITDA) betrug nur noch 7 Mio Euro.
Im Jahresvergleich (Stichtag: 30.06.) hat Premiere seinen Abonnentenbestand um 287.576 auf 2.691.572 erhöht - eine Steigerung um 12 Prozent. Innerhalb des 2. Quartals stieg die Zahl der Premiere Abonnenten netto - nach Abzug der Kündigungen - um 53.638. Damit wuchs der Abonnentenbestand siebenmal so stark wie im 2. Quartal 2002 (7.566).
Ein Sondereffekt hat die Abonnentenstatistik im 1. Halbjahr 2003 belastet: Am 28. Februar 2003 wurde die Ausstrahlung von PREMIERE ANALOG eingestellt. Damit gingen Premiere knapp 40.000 Abonnenten verloren. Seit dem 1. März 2003 sendet Premiere als erstes deutsches Fernsehunternehmen ausschließlich digital. Die aus der Analog-Abschaltung resultierenden Umsatzausfälle sind im Geschäftsplan von Premiere berücksichtigt und werden durch Einsparungen bei Programm und Verbreitung kompensiert.
Schwelle von 2,7 Millionen Abonnenten im Juli überschritten
Im Juli konnte Premiere den Aufwärtstrend bei den Abozahlen weiter
fortsetzen. Zum 31.07.2003 zählte Premiere 2.715.732 Abonnenten.
"Damit haben wir eine weitere wichtige Marke schneller erreicht als
geplant", sagte Kofler. Die wachsende Akzeptanz für das neue Premiere spiegelt sich auch in der sinkenden Kündigungsrate wider: Zum Stichtag 30.06.2003 ging die Kündigungsrate auf 13,5 Prozent zurück - und war damit um 2 Prozentpunkte besser als im Vorjahr.
Seit Herbst 2002 forciert Premiere den Trend zum eigenen Digital-TV- Receiver. Im 1. Halbjahr 2003 hat Premiere 563.000 digitale TV- Receiver an bestehende und neue Abonnenten verkauft. Damit erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 65 Mio Euro. Das entsprechende Waren- und Vermarktungseinsatz betrug 57 Mio Euro.
Kofler: "Im Receiver-Geschäft steht der Deckungsbeitrag nicht an
erster Stelle. Es geht vor allem um Kundenbindung und die Gewissheit,
dass möglichst viele verkaufte Digital-Receiver auch Premiere geeignet sind." Zum 30.06.2003 besaßen 1,311 Mio Premiere Abonnenten einen eigenen Digital-Receiver, 49 Prozent aller Premiere Kunden.
Programmkosten sinken um 40 Prozent
Noch stärker als die gestiegenen Umsätze haben die verringerten Kosten zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Die Gesamtkosten konnten im 1. Halbjahr inklusive Abschreibungen von 662 Mio Euro (1. Halbjahr
2002) um 25 Prozent auf 500 Mio Euro verringert werden. Die größten
Einsparungen realisierte Premiere im Programmbereich, der mit einem
Anteil von 53 Prozent am Gesamtaufwand den wichtigsten Kostenblock
darstellt.
Trotz ausgebautem Programmangebot gab Premiere für Lizenzen und Produktion im 1. Halbjahr mit 264 Mio Euro 40 Prozent weniger aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. "Wir haben mit weniger Budget das Qualitätsniveau bei PREMIERE FILM und PREMIERE SPORT für alle sichtbar verbessert", so Kofler. Im abgelaufenen Halbjahr hat Premiere wesentliche Programm- und Lizenzverträge erfolgreich neu verhandelt.
Operativer Break-even im 1. Quartal 2004
Die Summe aller Bankverbindlichkeiten von Premiere belief sich zum
Stichtag 30.06. auf 395 Mio Euro. Der Zinsaufwand für das 1. Halbjahr lag bei 14 Mio EUR. Sämtliche Darlehen der Banken sind langfristig -
mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren - verbindlich zugesagt.
Mit diesen Darlehen und dem frischen Kapital, das die neuen Investoren der Gesellschaft zugeführt haben, ist die Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG bis zum Erreichen des operativen Break-even solide finanziert.
Dieser Break-even ist laut aktuellem Geschäftsplan im 1. Quartal 2004 vorgesehen. "Die bisherige Geschäftsentwicklung zeigt, dass unser Ziel, im 1. Quartal 2004 operativ schwarze Zahlen zu schreiben, realistisch ist.", so Premiere-Chef Kofler.
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