Logo: WDR; Grafik: DWDL.deNachdem die "Bild" am heutigen Montag über einen möglichen Schleichwerbeveracht beim WDR berichtet hat, weist der Sender den Vorwurf zurück. In der "Lokalzeit Münsterland" hat der WDR im Jahr 2006 in einer dreiteiligen Reihe über eine Schönheits-Operation berichtet. Die Kosten für die Operation wurden dem "Bild"-Bericht zu Folge von der ausführenden Clinik im Centrum getragen. Wie es in der Zeitung weiter heißt, sei die Patientin vom Sender und der Klinik darum gebeten worden, über die finanziellen Zusammenhänge Stillschweigen zu bewahren.

Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de sagte WDR-Sprecher Magnus Schweers, die Patientin sei dem Sender von einem Fachverband vermittelt worden. Die Initiative, sich mit dem Thema zu befassen sei dabei vom Sender ausgegangen. In die finanziellen Vereinbarungen zwischen Patientin und Klinik habe man keinen Einblick gehabt, da man davon ausgegangen sei, eine tatsächlich vereinbarte reguläre Operation zu begleiten, so Schweers. Dem entsprechend habe es auch keine entsprechende Bitte des Senders an die Patientin gegeben.
 

 
"Uns liegen keine Anzeichen für Schleichwerbung vor. Der WDR hat in diesem Zusammenhang keine Geld- oder geldwerte Leistungen von Dritten, insbesondere nicht von der Klinik erhalten", heißt es in einer Stellungnahme des Senders.
 
Eine journalistische Nachlässigkeit räumt der Sender allerdings bei der Anmoderation zum dritten Beitrag der Reihe an. Dort hatte es laut "Bild" geheißen: "Für die OP zahlt die Patientin knapp 6.000 Euro".

Diese Fehlinformation, über die es bei "Bild" heißt "tatsächlich wurde der Zuschauer belogen", gehe auf eine Unachtsamkeit des Moderators zurück, erklärt WDR-Sprecher Schweers. In Ermangelung eines Moderationsvorschlags durch die Autorin der Reihe habe Moderator Peter Wejdling aus der im Beitrag gegebenen Information über die Kosten der OP geschlossen, dass diese von der Patientin getragen würden, ohne die Richtigkeit seiner Moderation zuvor gegenzuprüfen.