Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust, der den Posten im Januar übernommen hat, will wärend seiner Amtszeit das Profil des öffentlich-rechtlichen Senderverbundes schärfen. Die Debatte über Qualität im Programm will Boudgoust dabei systematisieren, wie er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte. Als Schritt zur Weiterentwicklung der ARD sieht der Vorsitzende, der als Intendant auch den SWR leitet, eine engere Zusammenarbeit mit Zeitungshäusern, mit denen er ein "Bündnis für Qualitätsjournalismus" schaffen will."Unsere Zuschauer und Zuhörer sind durchweg Leser von Qualitätszeitungen. Wenn es hier im Markt Einbrüche gäbe, hätte dies auch Auswirkungen auf uns. Ich bin für Kooperationen mit Zeitungen, um gemeinsam das ökonomische Risiko zu reduzieren". Welches ökonomische Risiko Boudgoust für die gebührenfinanzierte ARD gegenüber den privatwirtschaftlichen Zeitungen konkret meint, lässt er jedoch offen. Im Zusammenhang mit dem Internetangebot Google News spricht Boudgoust von Enteignung, die den Begriff von Qualität entwerte.
Bei aller Profilschärfung für die Informations-Programme der ARD kündigt Boudgoust auch an, dass die ARD künftig verstärkt Nachwuchs für die Unterhaltung aufbauen werde. "Wer im privaten Fernsehen war, kann auch zu uns wechseln. Insgesamt bauen wir aber stark auf eigenen Nachwuchs und werden noch mehr tun, um Talenten in Dritten Programmen und in unseren Digitalkanälen ein Forum zu bieten", so Boudgoust. Da die Information bei der ARD im Vordergrund stehe, gebe es jedoch wenig "Spiel- und Trainingsflächen" für Unterhaltung.



