Gewinnsturz bei ProSiebenSAT.1
Die ProSiebenSat.1-Gruppe kämpft weiterhin mit einem äußerst schwachen Werbemarkt. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2002 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 985 Mio Euro. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent. Obwohl die ProSiebenSat.1-Gruppe ihre Position im Fernsehwerbemarkt gegenüber der Konkurrenz deutlich ausbauen konnte, musste das Unternehmen Einbußen beim Ergebnis hinnehmen. Vor allem aufgrund des im zweiten Quartal noch einmal deutlich abgekühlten Werbeklimas und der hohen Kosten für die Ausstrahlung der Fußball-Weltmeisterschaft in Sat.1 lag das Konzernergebnis vor Steuern mit 25 Mio Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 89 Mio Euro.Dazu der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Urs Rohner: "Das unerfreuliche Werbejahr 2002 stellt nicht nur uns, sondern die gesamte Medienbranche auf eine harte und langwierige Belastungsprobe. Bislang haben wir das Beste aus der wie erwartet schwierigen Situation gemacht: Bei Umsatz und Ergebnis liegt die ProSiebenSat.1-Gruppe nach dem ersten Halbjahr 2002 im Plan, obwohl uns das schlechte Werbeklima auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Sat.1 einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dennoch können wir mit dem Geschäftsverlauf und der Marktentwicklung in diesem Jahr keinesfalls zufrieden sein. Eine nachhaltige Erholung des Werbemarkts ist nach wie vor nicht in Sicht. Wir werden deshalb das unternehmerische Tempo bei der Konsolidierung der ProSiebenSat.1-Gruppe weiter erhöhen, um unsere Performance- und Renditeziele langfristig zu erreichen."
Positiv auf die Ertragslage der ProSiebenSat.1-Gruppe im ersten Halbjahr 2002 hat sich die Fortsetzung des straffen Kostenmanagements ausgewirkt. Trotz der Kosten für die Fußball-WM von 54 Mio Euro erhöhte sich der Programm- und Materialaufwand nur moderat um vier Prozent auf 706 Mio Euro. Ohne dieses große Sportereignis wäre der Programm- und Materialaufwand in der gesamten Senderfamilie um ein Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums geblieben. Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftjahres 521 Mio Euro in neue Programmrechte investiert. Der Werteverzehr des Programmvermögens lag bei 555 Mio Euro. Im ersten Halbjahr 2001 betrugen die Programminvestitionen 620 Mio Euro und der Werteverzehr des Programmvermögens 543 Mio Euro. Der Personalaufwand ist im Vorjahresvergleich infolge von Gehaltserhöhungen, die zu Jahresbeginn vorgenommen wurden, leicht um drei Prozent auf 109 Mio Euro angestiegen. Zum Stichtag 30. Juni 2002 beschäftigte die ProSiebenSat.1-Gruppe 3.006 Mitarbeiter - das sind 17 Stellen mehr als zum Ende des ersten Halbjahres 2001 und 23 Stellen weniger als zum Jahresende 2001.
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