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ProSiebenSat.1

Ermittlungen gegen Christmann vor dem Ende

 

Laut einem "Kontakter"-Bericht sollen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Ex-ProSiebenSat.1-Marketing-Vorstand Peter Christmann nach fast zwei Jahren eingestellt werden.

von Jochen Voß
16.11.2009 - 10:57 Uhr

Bild: ProSiebenSat.1Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München I gegen den ehemaligen ProSiebenSat.1-Vorstand Peter Christmann steht laut einem Bericht des Branchenmagazins "Kontakter" kurz vor seiner Einstellung. Seit fast zwei Jahren nun ziehen sich die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechung im geschäftlichen Verkehr hin. Laut "Kontakter" soll das Verfahren am heutigen Montag ohne Auflagen eingestellt werden.

Bereits im Juni hatte es geheißen, das Verfahren könnte bald zu einem Abschluss gebracht werden, da Andreas Harz, der die Ermittlungen bis Ende Mai geleitet hatte zum Juni als Richter an das Oberlandesgericht München berufen worden ist. Gegenüber dem "Kontakter" wollten sich weder das Gericht noch Peter Christmann selbst äußern. Christmann hat ProSiebenSat.1Mitte vergangenen Jahres verlassen. Hintergrund der Ermittlungen ist das Verfahren des Bundeskartellamts gegen die Werbevermarkter SevenOne Media (ProSiebenSat.1) und IP Deutschland (Mediengruppe RTL Deutschland). Die Behörder hatte bei Durchsuchungen beschlagnahmte Unterlagen an die Ermittlungsbehörder weitergeleitet.
 

 
Bei den Verfahren geht es um die Rabattpraxis der Vermarkter. Das Bundeskartellamt kam bei ihren Ermittlungen, die im Herbst 2007 abgeschlossen wurden, zu dem Ergebnis, dass es zwischen den Vermarktern Absprachen gegeben haben soll, wodurch kleinere Anbieter benachteiligt worden sein sollen. Um das Verfahren schnell zum Abschluss zu bringen und so wieder Ruhe in den Werbemarkt zu bringen, akzeptierten beide Unternehmen damals ein vom Bundeskartellamt auferlegtes Bußgeld in Rekordhöhe. Dem Ausgang des Verfahrens in München wird Signalwirkung auch für andere Ermittlungen zugesprochen. So Ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln derzeit gegen Martin Krapf, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland.

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