Bild: MDR/FriedrichAuch wenn MDR-Intendant Reiter weit davon entfernt ist, ein Digital Native zu sein, so verfügt er über eine für einen ARD-Oberen erstaunliche Affinität zum Internet. So ist er der erste öffentlich-rechtliche Intendant, der Twitter für sich enteckte und forderte, dass die ARD sich systematischer um die neuen Kommunikationsformen kümmere. Während eines Pressegesprächs am gestrigen Dienstag in Leipzig malte Reiter ein düsteres Bild für die öffentlich-rechtliche Zukunft, so das Engagement im Netz nicht weiter ausgebaut werde.

"Wenn es uns nicht gelingt, unsere Inhalte ins Netz zu bringen, dann ist der Rundfunk am Ende", sagte Reiter laut ddp. Es handele sich dabei um eine "Überlebensfrage". Allerdings ist der Ausbau der Netz-Aktivitäten neben den technischen Kosten auch mit erheblichen administrativen Aufwendungen verbunden. So habe man für die Durchführung der Dreistufentests für die Netz-Angebote des MDR knapp eine Million Euro zusätzlicher Gelder beantragen müssen.
 

 

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Den Mehrkosten durch das Internet-Engagement stehen beim MDR - wie bei anderen öffentlich-rechtlichen Sendern auch - geringere Einnahmen durch immer weniger Gebührenzahler gegenüber. So ist der Anteil der Hartz IV-Empfägner, die von der Zahlung der Rundfunkgebühr befreit sind, im Sendegebiet des MDR überdurchschnittlich hoch. In der laufende Gebührenperiode werde der MDR auf 500 Millionen Euro Rücklagen zurückgreifen müssen, kündigte Reiter an.

Für die Zeit danach gebe es bereits Pläne für Programmkürzungen. Die Hoffnungen der Öffentlich-Rechtlichen ruhen auf einem neuen Modell der Gebührenerhebung, das derzeit von der Politik entwickelt wird. Neben der bisher praktizierten Erhebung in Abhängigkeit von vorhandenen Empfangsgeräten ist auch eine Haushaltsabgabe im Gespräch. Reiters Anforderungen an das neue Modell: "Dem MDR sind drei Punkte wichtig: Ein neues Modell sollte die Akzeptanz der Gebühr möglichst erhöhen. Es sollte vom gesamten Gebührenaufkommen her nicht unter den bisherigen Werten liegen. Ein neues Modell sollte außerdem verfassungs- und europarechtlich halten."