Foto: Axel SpringerAxel Springer erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009 einen Konzernumsatz von 2.611,6 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Belastet wurde die Umsatzentwicklung durch die tiefe Rezession in den meisten Absatzmärkten des Konzerns, die sich vor allem in einem massiven Einbruch der Werbekonjunktur, aber auch in einer Zurückhaltung der Konsumenten in den Vertriebsmärkten niederschlug. Denn auch die Vertriebserlöse gingen um 3,3 Prozent auf 1.176,2 Mio. Euro zurück. Allerdings: Die deutschen Zeitungen des Verlages konnten ihre Vertriebserlöse gegen den Trend leicht um 1,0 Prozent steigern und insbesondere die „Bild“ habe hierbei geholfen. Bei den Werbeerlösen verzeichnet Axel Springer einen rasanten Anstieg der Einnahmen aus den digitalen Medien. Sie legten um 24,1 Prozent auf insgesamt 29,6 Prozent Anteil an den Gesamt-Werbeerlösen zu. Dennoch sanken auch die Werbeerlöse insgesamt um 8,8 Prozent auf 1.138,5 Mio. Euro.

Bei Springer tröstet man sich damit, dass der Gesamtmarkt weit dramatischere Einbrüche zu verzeichnen hat. Die übrigen Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahr um 12,2 Prozent auf 296,9 Mio. Euro zu, unter anderem durch Konsolidierungseffekte im Segment Digitale Medien. Der Konzernumsatz lag damit genauso wie das um Sondereffekte und Kaufpreisallokationen bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwartungsgemäß unter den hohen Werten des Vorjahres. Der Konzern erreichte ein EBITDA von 333,7 Mio. Euro im Vergleich zu 486,2 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Rendite liegt bei 12,8 Prozent. Der Konzern reduzierte seine Finanzverbindlichkeiten im vergangenen Jahr um 133,7 Mio. Euro und senkte die Nettoverschuldung von 369,5 Mio. Euro auf 193,0 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote belief sich zum Jahresende auf 40,8 Prozent im Vergleich zu 38,0 Prozentim Vorjahr.
 

 
Das Segment Zeitungen National profitierte in dem schwierigen Marktumfeld des vergangenen Jahres von seinen reichweitenstarken Medien und ihrer guten Position im Vertriebsmarkt. Springer macht „Bild“ als Gewinner der Werbekrise aus. Zumindest liegen die Werbeerlöse fast auf Niveau des Vorjahres. Die deutschen Zeitschriften des Verlages entwickelten sich unterschiedlich. Während die Programm-, Computer- und vor allem die Finanzzeitschriften einen deutlichen Rückgang der Werbeerlöse verzeichneten, konnten die Auto- und Sportmedien ihre Werbeerlöse erhöhen. Trost für alle: Die Vertriebserlöse gaben anders als die Werbeerlöse im Segment der nationalen Zeitschriften nur leicht nach. Die Digitalen Medien konnten mit einem kräftigen Umsatzwachstum sowie einer Ergebnisverdopplung die Belastungen bei den Printmedien teilweise ausgleichen. Die Online-Rubrikenmärkte wie Immonet und Idealo sowie Vermarkter wie Zanox steigerten ihren Umsatz besonders stark. Im Segment Print International machte sich die Wirtschaftskrise am stärksten bemerkbar. Insbesondere in den osteuropäischen Märkten kam es zu einem scharfen Einbruch der Werbekonjunktur. Hinzu kamen negative Wechselkurseffekte. In Frankreich und der Schweiz blieb die Geschäftsentwicklung vergleichsweise stabil.

Dr. Mathias Döpfner, Vorsitzender des Vorstands der Axel Springer AG, fasste die Leistungen des Unternehmens sehr zufrieden zusammen: "Jeder achte Euro vom Umsatz war Gewinn, jeden fünften Euro haben wir im Internet umgesetzt, wir schlagen eine Rekorddividende vor, die Eigenkapitalquote wurde auf über 40 Prozent erhöht und die Verschuldung de facto auf Null abgebaut. Kennen Sie ein vergleichbares Medienunternehmen, das so erfolgreich durch die Krise gesteuert ist?" Dem großen Selbstbewusstsein soll 2010 neues Wachstum folgen: „Wir gehen für das laufende Geschäftsjahr von stabilen oder leicht steigenden Umsätzen aus, vor allem aufgrund des Wachstums aus dem digitalen Bereich. Das EBITDA wollen wir um rund 10 Prozent steigern, überwiegend durch operative Verbesserungen und fortgesetzte Kostendisziplin in allen Konzernbereichen. Gleichzeitig wollen wir unsere finanziellen Spielräume ähnlich wie in 2009 für gezielte Verstärkungen in Wachstumssegmenten nutzen“, so Döpfner mit Blick auf die Entwicklung in diesem Jahr.