ARD © ARD/DWDL
Intendantenrunde in Köln

Herres' Diagnose: "Im Ersten gibt's zu wenig zu lachen"

 

Unterhaltung, Jüngere, Ägypten: Bei der ARD-Intendantenrunde ging es um manch Baustelle im Programm. Wieso Monika Piel jung.ard.de nicht will, wieso Dr. Sommer der "Süddeutschen" nichts bringt und was Das Erste der BBC voraus hat...

von Uwe Mantel
08.02.2011 - 17:44 Uhr

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Volker Herres© ARD
Jahr für Jahr lässt die ARD die repräsentative Studie "ARD-Trend" erheben - und sich damit alle Jahre wieder gute Arbeit bescheinigen. In der berühmten "Insel-Frage" - also, welchen Sender die Deutschen wählen würden, wenn sie nur noch einen empfangen könnten - liegt Das Erste demnach mit 23 Prozent an der Spitze noch vor RTL, das mit 20 Prozent folgt. Auf das ZDF wollen 13 Prozent nicht verzichten, auf ProSieben nur neun, auf Sat.1 gerade mal fünf.

Die Studie bescheingt dem Ersten zudem unter anderem die besten Nachrichten, die besten Politmagazine und -talks, die besten Kultur- und Wissenschaftssendungen, die besten Krimis und Krankenhausserien. Alles paletti also? Nicht ganz, wie auch die ARD-Oberen nach der Intendanten-Tagung in Köln einräumen mussten. Da wäre zum Einen der Bereich der Unterhaltungsshows, in dem die ARD jahrelang kaum mehr als eine Monokultur aus zahlreichen Quiz-Abwandlungen vorzuweisen hatte und wo man hinter ZDF und RTL auf Rang 3 landete.

 

 

ARD-Programmdirektor Volker Herres fasste es so zusammen: "Im Ersten gibt's zu wenig zu lachen." Dass das so sei, liege zum Einen am recht hohen Informations-Anteil, durch den die ARD vor allem ein seriöses Image bekomme. Aber man müsse eben sehen, dass Fernsehen eben nicht nur ein journalistisches, sondern auch ein Unterhaltungsmedium sei. An dieser Stelle müsse man arbeiten und zulegen, vor allem im non-fiktionalen Bereich.

Doch auch wenn die ARD so stolz auf ihre gutes Image im Informations-Bereich ist: In den letzten Tagen gab es gerade am Umgang mit dem Thema Ägypten einiges an Kritik - Kritik, die die ARD-Vorsitzende Monika Piel nicht gelten lassen will. Auch wenn man natürlich Fehler mache, sei man insgesamt "sehr zufrieden" mit der Ägypten-Berichterstattung. Die Entscheidung, die Mubarak-Rede nicht live zu übertragen, sei "vollkommen richtig" gewesen. Aufgabe der ARD sei es schließlich nicht, einem nicht frei gewählten Präsidenten eine Plattform zu geben, sondern sich die Rede anzuhören und dann für die Zuschauer einzuordnen.

Auf Seite 2: Was die ARD der BBC voraus hat, was Monika Piel gegen jung.ard.de hat und warum man die starke Rolle Stefan Raabs für gerechtfertigt hält.

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