Am Wochenende wurde bekannt, dass ARD und ZDF sich die Rechte an der Übertragung der Spiele der Fußball-Nationalmannschaft bis zum Ende der Saison 2015/2016 gesichert haben - was wenig überrascht, da diese Rechte bislang immer an ARD und ZDF gingen. Dazu sicherte man sich die Rechte an den Spielen der 3. Liga sowie der Frauen-Bundesliga.
Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), hat daran wie erwartet etwas auszusetzen und wittert ein "gebührenfinanzierten Monopol auf die Fußballberichterstattung im deutschen Fernsehen". "Offensichtlich haben ARD und ZDF bei ihrer Shoppingtour die medienpolitische Vernunft und ein dem Gebührenzahler geschuldetes finanzielles Augenmaß völlig ausgeblendet. Sollten die Aufsichtsgremien diesem Treiben tatenlos zuschauen und hier nicht korrigierend eingreifen, wird der VPRT als Interessenvertretung der privaten Rundfunksender in Deutschland die Einleitung rechtlicher Schritte auf nationaler und europäischer Ebene prüfen", so Doetz.
Der VPRT sehe schon im Erwerb der Champions League-Rechte durch das ZDF einen "Verstoß gegen die Untersagung von gebührenfinanzierter Wettbewerbsverzerrung", da die Übertragungen auch ohne den Einsatz von Gebührenmitteln im privaten Free-TV zu sehen gewesen wären - wobei anzumerken ist, dass der Auftrag der Grundversorgung wie ihn das Bundesverfassungsgericht für ARD und ZDF definiert hat eben gerade nicht heißt, nur Dinge zu zeigen, für die sich sonst kein privater Sender interessiert.
Der VPRT spricht trotzdem von einem Irrweg der öffentlich-rechtlichen Anstalten, der mit dem Erwerb weiterer Rechte nun fortgesetzt werde. Und er poltert weiter, dass der VPRT bisher im Ratifizierungsverfahren zum 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag die grundsätzliche Gebührenfinanzierung nicht in Frage gestellt habe. "Wenn ARD und ZDF allerdings mutwillig diesen Konsens über die Existenzgrundlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im dualen System einem hemmungslosen Wettbewerb opfern, gibt es spätestens jetzt genug Öl in der Pipeline, um es ins medienpolitische Feuer zu kippen", so Doetz.
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