Der Betrugsskandal um den früheren Herstellungsleiter beim Kinderkanal führt zu weiteren personellen Konsequenzen. Wie der MDR mitteilte, beendet der Sender nun auch die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter der Kika-Herstellungsleitung. Prüfungen der internen Revisionen von MDR und ZDF hätten den Verdacht ergeben, dass sich der freie Mitarbeiter durch kriminelle Handlungen einen Vorteil verschafft habe.

Was genau dem freien Mitarbeiter vorgeworfen wird, ließ der MDR in seiner Erklärung nicht verlauten. Die Zusammenarbeit sei jedoch mit sofortiger Wirkung beendet worden - ein entsprechendes Schreiben sei ihm Anfang Juni zugestellt worden. Der ehemalige Herstellungsleiter Marco K. hatte in der vergangenen Woche beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Erfurt ein vollständiges Geständnis abgelegt, gleichzeitig aber auch Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber geübt (DWDL.de berichtete).

 

"Die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abzuwarten", erklärte der MDR-Unternehmenssprecher Dirk Thärichen. Der MDR habe in den vergangenen Monaten entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um künftig Vorfälle dieser Art zu verhinden. Über das weitere Vorgehen des Senders sagte Thärichen: "Zudem sieht der Sender eine stärkere Anbindung des Kika an den MDR vor. Zusätzlich soll beim Kika eine Beschaffungsstelle bei der Programmgeschäftsführung eingerichtet und die Compliance-Organisation des MDR durch die Berufung eines Compliance-Beauftragten weiterentwickelt werden."