ZDFneo - Simone Emmelius © ZDF
Ausblick auf die kommenden Monate

ZDFneo-Chefin Emmelius: "Müssen Mainstream lernen"

 

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Am 27. September startet eine neue Reportagereihe über junge Ärzte an einem Krankenhaus in Hamburg. Titel: "Junior Docs". Im Herbst folge eine neue Quizshow, zu der noch keine weiteren Angaben gemacht wurden. Anfang 2013 startet mit "Wie werde ich..." eine neue Wissenshow mit Lutz van der Horst ("heute show", "Iss oder quiz"). Auch Kaufserien bleiben künftig wichtig für ZDFneo, betont Emmelius. Doch neue Ware aus den USA kann sie noch nicht ankündigen. Man sei in guten Verhandlungen. Doch gleich drei neue Serien aus Großbritannien starten noch in diesem Sommer: ZDFneo zeigt "Death in Paradise", "Scott & Bailey" und "The Body Farm". Wenn Emmelius über die mittelfristigen Ziele für ZDFneo spricht, dann denkt man sogar über eigenproduzierte Fiction nach. Doch mit einem Gesamt-Jahresbudget von 30 Millionen Euro sei das nicht zu stemmen. Wie sich das mittelfristig ändern soll, um eine eigenproduzierte Serie zu ermöglichen, ließ Emmelius offen.

Aber sie verweist auf die große Tradition des ZDF in Sachen Familienserie und auch Sitcom - auch wenn das schon viele Jahre her ist. Denkbar scheint also eine finanzielle Koproduktion mit dem Hauptprogramm. Doch zu viel Nähe zum Hauptprogramm sei generell auch nicht gut. So sei ZDFneo immer ein Spagat zwischen einem eigenständigen und einem aus finanziellen Gründen hin und wieder ans Hauptprogramm anknüpfenden Programm. Dass das Hauptprogramm Emmelius gerade erst eine gescheiterte Dailysoap zum Versenden der restlichen Folgen weiterreicht, findet die ZDFneo-Chefin ganz okay. Doch man kann aus der Antwort raushören: Ein Fan dieser Art von Programmverwertung ist sie nicht. Andersrum gefällt es ihr besser: Zuerst bei ZDFneo, dann im Hauptprogramm - aber eben nur bei entsprechend passenden Programmen. Neben eigenproduzierter Fiction formuliert Emmelius ein weiteres Ziel: Sozial- und gesellschaftspolitische Leuchtturm-Formate etablieren. Da seien einige Ideen in Arbeit ohne spruchreif zu sein.

Trotz all der durchaus jungen Programmformate ist der Durchschnittszuschauer von ZDFneo übrigens nur zehn Jahre jünger als der des Hauptprogramms: Das klingt angesichts von Sendungen wie "neoParadise" zwar amüsant, aber ist im Vergleich gar nicht so ungewöhnlich. Der durchschnittliche RTL-Zuschauer ist genauso alt - Anfang 50 eben. Und ohnehin, so betont Emmelius auch noch einmal, sei es falsch wenn vom Jugendsender die Rede sei. ZDFneo wolle ein jüngeres Publikum erreichen - doch das bedeutet für die Öffentlich-Rechtlichen nicht das Gleiche wie für die Privaten. In Mainz hat man beim Programm die 30 bis 49-Jährigen im Blick. Deshalb sieht die ZDFneo-Chefin auch in der neuen Primetime-Programmierung von Eins Plus keine Konkurrenz: Dort will man die ganz jungen Erwachsenen erreichen. Beurteilen will sie das Eins Plus-Programm nicht. So kurz nach dem Start sei das nicht möglich, sagt Emmelius. Man selber sei schließlich zweieinhalb Jahre auf Sendung und lerne auch immer noch.

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