Matthias Büchs © RTL/Stefan Gregorowius
RTL und der Second Screen

Büchs: "Wir wollen keinen Zirkus veranstalten"

 

Mit RTL Inside geht RTL im Social-Media-Bereich inzwischen einen eigenen Weg, der mitunter aber noch etwas steinig ist. Matthias Büchs von RTL interactive betonte in Düsseldorf dann auch, den Umgang damit derzeit noch zu üben.

von Alexander Krei
04.02.2014 - 15:31 Uhr

Alle Welt spricht über Social Media, doch bei RTL schien man in diesem Bereich lange zu zögern. Mit RTL Inside wagt sich der Kölner Sender seit einiger Zeit aber doch Schritt für Schritt in das Metier vor - und im Rahmen der Dschungelshow wurde die Second-Screen-Begleitung sogar recht prominent beworben, auch wenn der Wandel des Logos, aber auch der vorherige Hinweis auf den Hinweis bisweilen noch etwas holprig daherkamen. "Wir wollen den Second Screen mit unseren eigenen Produkten besetzen", erklärte Matthias Büchs, Bereichsleiter Online/Mobile/Teletext, seine Strategie am Dienstag auf dem SpoBiS in Düsseldorf.

Dabei stehe die Vermarktung des Angebots für Smartphones, Tablets oder den klassischen PC derzeit nicht im Vordergrund. Zunächst gehe es darum, RTL Inside zu etablieren. Als Sender habe RTL noch dazu einen entscheidenden Vorteil, findet Büchs, weil man zusätzliche Infos zum Programm beisteuern könne, die die Zuschauer anderswo nicht erhalten, kurze Clips und Umfragen beispielsweise. 2,8 Millionen Mal wurde die App inzwischen heruntergeladen, von 400.000 aktiven Nutzern pro Monat ist die Rede - und von zehn Millionen Sendungsempfehlungen über die App auf Facebook, das bei Inside ebenso integriert ist wie Twitter oder die RTL-Plattform wer-kennt-wen.

Twitter selbst hält Büchs allerdings offenkundig für überschätzt. Der Hype sei vorbei, die Reichweite zu gering und Facebook ohnehin "deutlich relevanter", sagte Büchs, für den die Entscheidung, sich - anders als ProSieben - nicht bei Twitter zu engagieren, letztlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung sei. Mit der Vielzahl an Tweets, wie man sie aus den USA kennt, wo erst am Wochenende wieder millionenfach zum Super Bowl getwittert wurde, kann  Deutschland ohnehin nicht mithalten. Der Dschungel bildete zwar eine Ausnahme, doch selbst da kamen pro Stunde nicht mehr als 40.000 Tweets zusammen.  Aus Sicht von RTL interactive ist das zu wenig. "Das muss man die Kirche in Deutschland mal im Dorf lassen", so der RTL-Mann auf dem SpoBiS.

Und doch gibt es natürlich genügend Anzeichen dafür, dass es für Fernsehsender lohnenswert ist, in Second-Screen-Angebote zu investieren. So ist inzwischen fast jeder Dritte in Deutschland parallel zum Fernsehen online. Rund zehn Prozent nutzen den Second Screen in Bezug auf das laufende Programm. Übertreiben will es RTL mit Verweisen im laufenden Programm aber nicht. "Wir wollen keinen Zirkus auf dem Big Screen veranstalten", betonte Matthias Büchs und gab unumwunden zu, noch üben zu müssen. Als Nazan Eckes kürzlich bei "DSDS" auf die Inside-Einblendung in der Bildschirmecke hinwies, stand sie vor einer weißen Säule - und das Logo war gar nicht zu erkennen. Ein etwas anderes Beispiel dafür, dass Fernsehen und Internet noch längst nicht zu einer Einheit verschmolzen sind.

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