Oliver Fuchs © Eyeworks / ZDF
Nach Ranking-Affäre

ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs tritt zurück

 

Der öffentliche Druck wurde zu groß: ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs zieht die Konsequenzen aus der Affäre um die Manipulationen der Ranking-Listen bei "Deutschlands Beste!". Auch wenn er laut ZDF keine Kenntnis hatte, übernimmt er die Verantwortung

von Uwe Mantel
17.07.2014 - 10:20 Uhr

Nachdem der Ruf nach personellen Konsequenzen aus allen Richtungen, ob aus Politik, Fernsehrat oder Medien, immer lauter wurde, hat ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs im Zusammenhang mit den Manipulationen bei der Rankingshow "Deutschlands Beste!" nun seinen Rücktritt angeboten, den das ZDF auch angenommen hat. Dabei hätten interne Untersuchungen ergeben, dass Fuchs selbst gar keine Kenntnis von den Manipulationen hatte. Fuchs übernahm als Vorgesetzter nun aber die Verantwortung. ZDF-Intendant Thomas Bellut: "Ich danke Herrn Fuchs für sein Engagement und seine Arbeit. Ich respektiere sein Angebot, persönlich die Verantwortung zu übernehmen."

Die interne Untersuchung habe ergeben, dass das Fehlverhalten bei der ZDF-Redaktion lag. Die Teamleiterin für die beiden am 2. und 3. Juli ausgestrahlten Ausgaben von "Deutschlands Beste!" wurde ihrer Führungsfunktion enthoben und abgemahnt, auch eine weitere Redakteurin erhielt eine Abmahnung. Weitere Konsequenz: Die Reihe "Deutschlands Beste!" wird nicht fortgesetzt - das war angesichts des Ranking-Schmus aber ohnehin kaum noch vorstellbar.

Die Affäre hatte Anfang vergangener Woche ihren Ausgang darin, dass das ZDF sich bei Recherchen von Boris Rosenkranz und Stefan Niggemeier auf die Frage, wie die Rankings eigentlich zustande gekommen seien, widersprochen hatte. In Ankündigungen der Show und auch in der Show selbst hatte das ZDF noch behauptet, sie basiere auf drei Standbeinen: Einer zweistufigen repräsentativen Forsa-Umfrage, einer Online-Umfrage und einer Leser-Umfrage der Hörzu. Dann hätten sich beim Zusammenrechnen aber "methodische Probleme" ergeben. "Daraufhin beschloss die Teamleiterin, die Ergebnisse der Online- und der Hörzu-Umfrage nicht zu berücksichtigen, ohne ihre Vorgesetzten darüber zu informieren. Später wurden darüber hinaus ebenfalls eigenmächtig durch die Redaktion Veränderungen an der repräsentativen Forsa-Liste vorgenommen", erläutert das ZDF noch einmal.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das ZDF wenig später kleinlaut eine deutlich größere Manipulation einräumen müssen: "Wie sich im Rahmen der Untersuchung jetzt herausstellt, hat die Redaktion dann in der Vorbereitung der Sendungen Veränderungen am Ranking der Forsa-Befragung vorgenommen, die den Zweck hatten, angefragten Gästen der Show einen attraktiveren Rangplatz zu geben. Dies geschah ohne Wissen der eingeladenen Gäste."

Am Freitag kommender Woche wird der Ranking-Skandal auch Thema in einer Sondersitzung des Programmausschusses des Fernsehrats sein. Dann werde das ZDF auch Maßnahmen vorschlagen, mit denen eine Wiederholung eines solchen Falles ausgeschlossen werden soll.

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