Joachim Fuchsberger © WDR/Max Kohr
Tod einer Fernsehlegende

Trauer um "Blacky": Joachim Fuchsberger ist tot

 

Fernsehlegende Joachim Fuchsberger ist gestorben. In zahlreichen Wallace-Filmen machte er sich einen großen Namen, später eroberte er mit Sendungen wie "Auf los geht's los" auch die große Show-Bühne. Erinnerungen an einen ganz Großen.

von Alexander Krei
11.09.2014 - 13:36 Uhr

Joachim Fuchsberger ist tot. Der Entertainer starb im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in München. "Blacky", wie er liebevoll genannt wurde, war eine echte Fernsehlegende. Bereits in den 1950er Jahren begann seine Filmkarriere, als er in dem Dreiteiler "08/15" die Hauptrolle übernahm. Später wurde er durch seine Rollen in zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen bekannt, die er Jahre später in der Parodie "Neues vom Wixxer" selbst aufs Korn nahm. "Der Frosch mit der Maske", "Die toten Augen von London" und "Der Hexer" sind nur einige der vielen Wallace-Filme, in denen er mitwirkte. Ab den 70er Jahren machte sich Fuchsberger jedoch auch zunehmend als Moderator einen Namen - weit mehr als 30 Jahre lang lehnte er diverse Rollen-Angebote ab. Bis schließlich Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke mit besagter Wallace-Parodie anklopften.

An der Seite von Jan Josef Liefers brachte Fuchsberger später in zwei Filmen der Reihe "Die Spätzünder" noch einmal ein Millionenpublikum zum Lachen. Dass er zwischenzeitlich so lange nicht mehr in Filmen mitwirkte, hing nicht unwesentlich auch mit Fuchsbergers Karriere als Fernsehmoderator zusammen. Große Erfolge feierte er etwa mit der Samstagabendshow "Auf los geht's los", die er nach einer verlorenen Wette bei "Wetten, dass..?" einmal sogar komplett im Nachthemd moderierte - was damals tatsächlich noch für einen Skandal taugte. Abseits der großen Bühne befragte Joachim Fuchsberger in der ARD-Talkshow "Heut' Abend" in mehr als zehn Jahren 300 prominente Zeitgenossen zu ihrem Leben. Zunehmende Kritik an seiner Sendung "Auf los geht's los" führten schließlich dazu, dass sich Fuchsberger ab Ende der 80er Jahre jedoch zunehmend zurückzog.

Bereits in den Jahren zuvor hatte er sich in Australien einen weiteren Wohnsitz zugelegt. Aus seiner Liebe zu Australien machte Fuchsberger nie einen Hehl, drehte bis 2003 sogar zahlreiche Filme der Reportage-Reihe "Terra Australis", in der er den Zuschauern seine Wahlheimat ein Stück näherbringen wollte. Erfolge feierte er in dieser Zeit allerdings auch mit seinem Quiz "Ja oder Nein", das nach dem Tod von Robert Lembke als Nachfolger von "Was bin ich?" konzipiert worden war. Zu den einschneidendsten Momente in Fuchsbergers Fernsehkarriere zählte allerdings nicht zuletzt der 11. September 1972 - jener Tag, an dem er die Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele in München als Stadionsprecher begleitete. Die Organisatoren hatten ihn damals darüber informiert, dass ein Terroranschlag mit einem auf das Stadion zufliegenden Passagierflugzeug bevorstehen könne und überließen ihm die Entscheidung einer Evakuierung.

Fuchsberger informierte die Zuschauer allerdings nicht, weil er eine Massenpanik befürchtete. Es war, wie sich später herausstellte, die richtige Entscheidung. Der "SZ" sagte Fuchsberger dazu einmal: "Ich war der einsamste und angeschissenste Mensch, den man sich vorstellen kann." Auf den Tag genau 42 Jahre später ist Joachim Fuchsberger nun gestorben. In den vergangenen Jahren hatte er sich häufig über den Tod geäußert - vor allem der plötzliche Tod seines Sohnes Thomas im Oktober 2010 machte ihn zunehmend nachdenklich. Nicht zuletzt die tiefe Liebe zu seiner Frau Gundula, mit der er fast 60 Jahre verheiratet war, half dem gebürtigen Stuttgarter über die schwere Zeit hinweg. Seine Gundel bezeichnete er gerne als "meine Regierung". In der "Welt" erklärte er einmal, wieso: "Das ist die einzige Obrigkeit, die ich anerkenne, ohne zu murren."

Noch im April sagte Fuchsberger in einem Interview mit "Bild", er habe keine Angst vor dem Tod. "Ich habe mein Haltbarkeitsdatum schon lange überschritten, jeder neue Tag ist ein Geschenk." Auf die Frage, wie man sich nach seinem Tod an ihn erinnern sollte, sagte er damals: "Ich habe als junger Mann im Bergwerk gearbeitet. Dort habe ich unter den Kumpels gelernt, was Kameradschaft bedeutet. Deshalb würde es mich freuen, wenn man von mir sagt: Er war ein Kumpel."

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