Der Bachelor © RTL / Charlie Sperring
"Bachelor" wechselt den Produzenten

Warner bringt RTL und Seapoint in Bredouille

 

Der Markteintritt von Warner im non-fiktionalen TV-Produktionsgeschäft löst ein kleines Erdbeben aus: Konkurrent Seapoint verliert die Produktion des Reality-Formats „Bachelor“. Die Hintergründe, wer die Entwicklung besonders aufmerksam verfolgt und was RTL sagt.

von Thomas Lückerath
29.05.2015 - 05:30 Uhr

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Es ist schon mehr als ein Jahr her, dass Warner Bros. im Februar 2014 die Übernahme des international tätigen TV-Produktionshaus Eyeworks ankündigte, zu dem mit Eyeworks Germany auch eine deutsche Tochter gehört. Nach jener Meldung passierte zunächst einmal lange gar nichts, doch in diesen Tagen hinterlässt die Internationalisierung des non-fiktionalen Produktionsgeschäfts von Warner dafür umso gewaltigere Folgen im deutschen TV-Markt, die gleich mehrere Marktteilnehmer in unangenehme Situationen bringen.

Ohne eigene Produktionstöchter in den wichtigsten Fernsehmärkten der Welt, hat Warner Bros. seine non-fiktionalen TV-Formate in vielen Ländern lange Jahre lang in Lizenz produzieren lassen. So wurde das Warner-Format „Der Bachelor“ in Deutschland beispielsweise zunächst von Brainpool, später mehrfach von ITV Studios Germany und in der vergangenen Saison zuletzt von der jungen Produktionsfirma Seapoint realisiert. Doch damit ist jetzt Schluss. Was vergangene Woche noch eine Spekulation in der Branche war, ist jetzt Gewissheit.

RTL-Sprecher Christian Körner bestätigt am Donnerstag gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de, was die Kollegen vom „Kontakter“ bereits vergangene Woche vermuteten: "In der nächster Season wird ‚Der Bachelor‘ von Warner produziert." Gemeint ist das derzeit noch als Eyeworks Germany firmierende Unternehmen, dessen Rebranding zu Warner Bros. in den kommenden Wochen endlich abgeschlossen werden soll. Ursprünglich war dies schon zur MIPTV in Cannes Anfang April geplant (DWDL.de berichtete).

Jetzt, wo man u.a. auch im deutschen Markt mit einer eigenen Produktionstochter vertreten ist, will Warner Bros. Formate wie „Der Bachelor“ und „Die Bachelorette“ nicht mehr in Lizenz produzieren lassen. Die Strategie-Vorgabe kommt aus Los Angeles - und löst in Deutschland fast ausschließlich Irritationen aus. Bei RTL ist man nach DWDL.de-Informationen nicht erfreut über die Ankündigung von Warner und gleichzeitig machtlos: Hätten sich die Kölner geweigert, die kommende Staffel von Warner a.k.a. Eyeworks Germany produzieren zu lassen, hätten sie riskiert, dass der Produzent mit dem Format zu einem Konkurrenzsender geht.

Jetzt also wird die kommende Staffel von „Der Bachelor“ von Warner produziert - und das obwohl alle mit dem Format vertrauten Köpfe bei der konkurrierenden TV-Produktionsfirma Seapoint arbeiten. Das ist besonders pikant, weil RTL im vergangenen Jahr noch die Vergabe des Produktionsauftrags an Seapoint statt ITV Studios Germany mit dem Argument begründete, man folge halt den kreativen Köpfen. RTL-Sprecher Christian Körner: "Wir hätten gern mit Seapoint weitergemacht, da es ein tolles Team ist, welches das Format mit Erfolg, und der zählt letztlich für uns, produziert hat." Wer bei Warner die Realisierung des „Bachelor“ übernehmen wird, ist noch völlig unklar. Über diese Unsicherheit ist man bei RTL nicht erfreut. Offiziell aber demonstriert man Zuversicht.

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