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Mit über 100 Titeln

Ein "iTunes für Journalismus": Blendle ist gestartet

 

Nun ist der Digitalkiosk Blendle hierzulande ganz offiziell gestartet. Er ermöglicht es, einzelne Artikel aus Print-Publikationen zu kaufen und überzeugt vor allem auch mit seiner Benutzerfreundlichkeit. Die Preisgestaltung ist von Titel zu Titel unterschiedlich.

von Uwe Mantel
14.09.2015 - 11:55 Uhr

Wer bislang einen interessanten Artikel aus einer Zeitung oder einer Zeitschrift online lesen wollte, der hatte bislang häufig nur wenig attratkive Möglichkeiten. Wenn die Stücke nicht kostenfrei online gestellt wurden, dann wurde man in der Regel entweder gezwungen, das ganze E-Paper zu kaufen oder gleich ein Online-Abo abzuschließen - angesichts der Vielzahl an Publikationen für viele auch kein gangbarer Weg. Es ist die Angst davor, die aus Print-Zeiten gewohnte Bündelung aufzugeben - und lässt sich vergleichen mit der Angst der Musikindustrie davor, einzelne Songs statt CDs zu verkaufen. Doch so wie iTunes die Musikindustrie grundlegend verändert hat, schickt sich nun Blendle an, den Markt für journalistische Stücke zu verändern.

An diesem Montag hat das Angebot nun in Deutschland seine Beta-Phase hinter sich gelassen und ist offiziell gestartet. Zum Start wurde die Zahl der teilnehmenden Titel nochmal deutlich gesteigert. Über 100 Titel sind inzwischen an Bord, verkündet Co-Gründer Marten Blankesteijn in seinem Blog-Post zum Start. Darunter finden sich fast alle großen Namen: "FAZ", "Handelsblatt", "SZ", "Welt", "Zeit", "FAS", "WamS", "Tagesspiegel", dazu diverse weitere Regionalblätter. Auch "Spiegel", "Stern" oder "Focus" sind ebenso dabei wie "Gala", "kicker" oder "Cicero". "So viele der richtig guten Geschichten waren bis heute versteckt in Papierbündeln oder hinter Paywalls. Erstmals können Menschen in Deutschland die besten Artikel lesen, ohne dafür ein Abo zu benötigen", beschreibt er den Blendle-Ansatz.

Vor allem überzeugt auf den ersten Eindruck aber auch die Benutzerfreundlichkeit, an der es bei den Verlags- und anderen Angeboten bislang häufig haperte. Das Versprechen: Wer einen Artikel gekauft und gelesen hat, mit dem Inhalt aber nicht zufrieden war, kann den Artikel zurückgeben und bekommt dann sein Geld zurück. Alle teilnehmenden Titel lassen sich durchsuchen und durchblättern, prominente Kuratoren empfehlen lesenswerte Geschichten, man bekommt besonders gefragte Artikel angezeigt ebenso die Empfehlungen von Freunden und Bekannten.

Wieviel für den Kauf eines Artikels bezahlt werden muss, entscheiden die Verlage selbst. Die Strategien sind dabei sehr unterschiedlich. Während "Welt" und "WamS" derzeit in der Regel nur 25 Cent für einen Artikel haben wollen, kosten "SZ"-Artikel normalerweise 79 Cent. Benjamin O'Daniel gibt in seinem Blog einen Überblick. Welche Preis-Strategie sich letztlich als vielversprechender durchsetzt, werden wohl erst die nächsten Monate zeigen. Dass die Verlage nun aber in dieser Hinsicht zumindest schonmal experimentieren, ist ein gutes Zeichen. Das experimentieren macht Blendle übrigens auch den Nutzern leicht: Wer sich anmeldet, bekommt 2,50 Euro Startguthaben.

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