Bild.de mit Adblocker © Screenshot Bild.de
Ausschalten oder zahlen

Bild.de sperrt Nutzer von Adblockern aus

 

Dass inzwischen viele Nutzer mit eingeschaltetem Adblocker surfen, ist für werbefinanzierte Angebote schon seit langem ein großes Problem. Bild.de geht das nun frontal an und sperrt Nutzer mit Adblocker kurzerhand aus.

von Uwe Mantel
13.10.2015 - 10:28 Uhr

Bild.de holt zum Schlag gegen die Nutzer von Adblockern aus: Wer mit einem eingeschalteten Werbe-Blocker das Angebot ansurft, erhält seit heute morgen lediglich die Meldung "Mit aktiviertem Adblocker können Sie Bild.de" nicht mehr besuchen, verbunden mit der Aufforderung, den Adblocker zu deaktivieren. In seiner Anleitung ruft Bild.de übrigens dazu auf, die Option "Überall deaktivieren" zu wählen. Werbeblocker lassen sich aber auch für einzelne Angebote ausschalten.

Als Alternative wird aber auch das Angebot "BILDsmart" angeboten: Wer 2,99 Euro zahlt, kann sich dann weitgehend von Werbung freikaufen. Sowohl die stationäre als auch die mobile Bild.de-Seite würden dann mit "bis zu 90 Prozent weniger Werbung" dargestellt, was den positiven Nebeneffekt einer deutlich schnelleren Ladezeit hat. Wer BILDplus abonniert hat, erhält BILDsmart derzeit sogar kostenlos dazu, kann sich nun also eines Großteils der Werbung entledigen.

Ob das nun bereits der Weisheit letzter Schluss ist, vermag man auch bei Bild.de noch nicht zu sagen und spricht von einer Test-Phase. In den kommenden Wochen wolle man verschiedene Maßnahmen ausprobieren, etwa die Einbindung einer "Adblocker Wall", also einem Fenster, das Leser mit eingeschaltetem Adblocker an unterschiedlichen Stellen über die "BILDsmart"-Option informiert. Donata Hopfen, Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung "Bild"-Gruppe, erklärt: "Auch im Netz müssen sich journalistische Angebote über die beiden bekannten Erlössäulen, nämlich Werbe- und Vertriebseinnahmen, finanzieren, um weiterhin unabhängigen Journalismus zu bieten."

Verschiedene Verlage wie auch Springer versuchen seit einiger Zeit auch juristisch gegen den Adblock-Plus-Anbieter Eyeo vorzugehen, hatten damit bislang aber keinen Erfolg. Unter anderem stört man sich auch daran, dass sich Publisher durch Whitelisting von der Werbeblockade freikaufen können. Bei Springer hält man das für "erpresserisches Vorgehen". Das Gericht wollten dem bislang nicht folgen, Springer hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Doch auch wenn Springer Erfolg haben würde: Auf juristischem Weg wird man Werbeblocker kaum mehr aus dem Alltag vieler Nutzer verbannen können. Im Gegenteil: Dass Apple nun auch in seinem Appstore Werbeblocker zulässt, verschärft die Situation noch. Vor diesem Hintergrund versucht sich Springer nun also an anderen Maßnahmen.

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