Jugendangebot © ARD/ZDF
Florian Hager in der "taz"

ARD/ZDF-Jugendangebot setzt auf YouTube & Co.

 

Florian Hager, der für ARD und ZDF das neue Jugendangebot aufbaut, macht sich keine Illusionen: Um Zuschauer zu erreichen, müssen die Inhalte über Facebook, YouTube & Co. verbreitet werden. Ohne diese Möglichkeit sei das Projekt zum Scheitern verurteilt

von Uwe Mantel
03.11.2015 - 14:38 Uhr

Nach langem Hin und Her soll das neue Jugendangebot von ARD und ZDF im kommenden Jahr starten - noch fehlt allerdings noch immer das endgültige grüne Licht seitens der Politik. Auch dürfte es noch einige Diskussionen darüber geben, wie und wo die Inhalte überall verbreitet werden dürfen. Für Florian Hager, der das Angebot als Geschäftsführer für ARD und ZDF aufbaut, ist die Verbreitung über Drittplattformen wie Facebook, YouTube, Snapchat oder Instagram essentiell, wie er in einem Interview mit der "taz" ausführte.

"Der Erstkontakt wird dort stattfinden, wo er [der Jugendliche] ist: auf einem mobilen Endgerät auf einer Drittplattform. Alles andere zu behaupten hieße, davon auszugehen, dass die Zielgruppe zu uns kommen wird. Das wäre überheblich." Wenn man nicht mit originären Inhalten auf Drittplattformen aktiv sein dürfte, würde das Angebot "keinen Sinn machen", so Hager.

Trotzdem werde man natürlich auch einen eigenen Player, ein eigenes Online-Angebot und eine eigene App an den Start bringen. Ziel sei es, die Leute auf diese Plattform zu kommen. Doch es sei "ein Irrglaube, zu erwarten, dass wir einfach eine App in die Stores bringen müssten und die sich dann jeder runterladen und auch noch regelmäßig nutzen würde". Dass man sich damit den Regelungen und Mechanismen von Facebook, YouTube & Co unterwerfe, sieht Hager nicht als Problem. Man werde die Videos breit streuen - sollten sie bei einer Plattform gelöscht werden, wären sie also trotzdem weiterhin über die anderen Kanäle verfügbar.

Die Kritik, dass ARD und ZDF damit privat finanzierten Angeboten bei YouTube und Co. Konkurrenz macht, kontert Hager mit dem Hinweis darauf, Nischen finden zu wollen, in denen man keine Geschäftsmodelle zerstöre. Ohnehin seien gerade die Netzwerke an Kooperationen interessiert, um Formate zu entwickeln, die sonst zunächst nicht finanzierbar erscheinen würden. "Durch die größere Vielfalt, die wir bringen, wird die allgemeine Qualität steigen, davon profitieren alle", ist Hager überzeugt.

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