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Neue Töne

Netflix schließt Offline-Modus nicht mehr aus

 

Während Konkurrenten wie Amazon oder Maxdome schon lange einen Download-Modus anbieten, schloss Netflix die Offline-Nutzung seines Dienstes bislang kategorisch aus. Nun hörte man erstmals andere Töne von Reed Hastings.

von Uwe Mantel
20.04.2016 - 11:12 Uhr

Wer häufig alleine mehrere Stunden im Zug oder im Flugzeug verbringen muss, der weiß: Kaum eine Zeit bietet sich besser an, um sich über Stunden in eine Serie zu vertiefen, als diese Fahrtzeiten. Doch auch wenn in Flugzeugen und Zügen die W-LAN-Versorgung langsam besser wird: An ein stabiles Streaming ist kaum zu denken, auch nicht übers Handynetz. Dienste wie Amazon, Maxdome, Watchever oder auch Sky Go bieten mit der Download-Funktion hier eine Lösung. Netflix hingegen schloss derartiges bislang kategorisch aus.

"Es geht hier eher um eine grundsätzliche Entscheidung. Das ist nicht unser Geschäftsmodell. Unsere Philosophie war immer: Netflix muss sehr einfach funktionieren und die Vorstellung, dass unsere Kunden erst planen müssen, was sie gucken wollen, passt nicht dazu", erklärte etwa Chief Product Officer Neil Hunt 2014 anlässlich des Deutschland-Starts auf Nachfrage von DWDL.de. Netflix-Chef Reed Hastings schlug in die gleiche Kerbe. Auf einen Download-Modus angesprochen sagte er 2014: "Das ist fürchterlich! Dann muss man sich mit Dateien rumschlagen und Downloads planen. Wir möchten genauso einfach sein wie es Fernsehen immer war: Taste drücken, gucken. Taste drücken, gucken - ohne über irgendetwas nachdenken zu müssen."

An diesen Aussagen hat sich auch nichts geändert, als der große Konkurrent Amazon im Herbst vergangenen Jahres den Offline-Modus für alle Nutzer verfügbar machte. Stattdessen verwies man darauf, dass die Breitbandversorgung auch unterwegs immer besser werde, was einen komplizierten Download-Modus zusätzlich überflüssig mache. Doch nun gab es überraschend erstmals andere Töne. Wie "Variety" berichtet, sagte Netflix-Boss Hastings bei einer Telefon-Konferenz anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen, dass man Überlegungen zu einem Offline-Modus aufgeschlossen gegenüber stehe.

Das ist natürlich wenig konkret, aber doch ein bemerkenswerter Kursschwenk. Der Sinneswandel kommt allerdings nicht von der plötzlich entdeckten Liebe für leidgeprüfte deutsche Bahnfahrer, vielmehr ist der internationale Rollout von Netflix der Grund. Anfang des Jahres war Netflix in 130 weiteren Ländern an den Start gegangen, der Dienst versteht sich nun als globales TV-Netzwerk. Und während vielleicht im Netflix-Heimatmarkt USA die Verfügbarkeit breitbandigen Internets über W-LAN oder das Mobilfunknetz immer besser wird, sind andere Länder auf einem ganz anderen Entwicklungsstand. Wer dort Erfolg haben will, für den könnte die Möglichkeit des Downloads mit entscheidend sein. Die weltweite Expansion könnte so also auch ihr Gutes für den Bahnfahrer hierzulande haben.

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