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Über 260 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Servus TV: Betriebsrats-Pläne verärgerten Mateschitz

 

Die angedachte Gründung eines Betriebsrats bei Servus TV hat den milliardenschweren Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz verärgert. Ein Betriebsrat hätte die Werte des Senders "nachhaltig beschädigt", sagte der Unternehmer.

von Alexander Krei
03.05.2016 - 17:20 Uhr

"Obwohl wir Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert haben, lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten." Mit diesen Worten begründete Red Bull die bevorstehende Einstellung seines Fernsehsenders Servus TV. Doch das war wohl nur die halbe Wahrheit: Inzwischen bestätigte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegenüber den "Salzburger Nachrichten", dass die angedachte Gründung eines Betriebsrats bei der Entscheidung, den Sendebetrieb einzustellen, eine Rolle gespielt hat.


"Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit insbesondere durch politische Parteien, egal welcher Richtung, war von Anfang an ein tragender Pfeiler von Servus TV. Die Betriebsratsgründung hätte diese Werte insbesondere durch die Art und Weise ihres Zustandekommens - anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer - nachhaltig beschädigt", sagte Mateschitz der Zeitung und fügte hinzu: "Dass diese Vorgehensweise bei der Entscheidung in der aktuellen Situation des Senders nicht gerade dienlich war, ist evident." Durch das Aus des Senders verlieren nun alle 264 Mitarbeiter ihren Job.

Die österreichische Presseagentur APA berichtet, dass Mateschitz den Mitarbeitern des Senders noch vor zwei Wochen signalisiert haben soll, dass alles hervorragend laufe. Eine Rund-Mail, in der die Gründung eines Betriebsrats vorgeschlagen worden sei, soll ihn jedoch empört haben. Dabei habe es im Haus angeblich gar keine Zustimmung für eine Betriebsratsgründung gegeben, berichteten Mitarbeiter der APA. "Keiner hat auf das Abstimmungs-Mail positiv reagiert", heißt es.

Unterdessen zeigte sich Österreichs Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) von der geplanten Schließung des Senders betroffen. Er sprach von einer "Schwächung des dualen Rundfunksystems". Ostermayer: "Servus TV hat sich in den letzten Jahren am heimischen Fernsehmarkt etabliert und die Medienlandschaft in Österreich mit seinen vielfältigen Sendeformaten bereichert." Besonders schmerzhaft sei das Ende von Servus TV vor allem auch deshalb, weil dadurch Mitarbeiter ihren Job verlieren, die mit viel Engagement und Einsatz der Arbeit für ihren Sender nachgegangen sind. Viele von ihnen hoffen jetzt, an anderer Stelle im Red Bull Media House unterkommen zu können.


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