Foto: PhotocaseAuch wenn andere Serien und Formate zur Mid-Season - also etwa zum Jahreswechsel - auf Sendung gehen, so ist der Startschuss zur neuen Fernsehsaison im amerikanischen Fernsehen deutlicher zu spüren als in Deutschland: Fernsehfans sollten sich im September keinen Urlaub nehmen, denn innerhalb weniger Wochen starten alle großen amerikanischen Sender ihre Herbstprogramme samt neuer Serien, die teilweise auch noch gegeneinander starten.

In Deutschland hingegen passiert es selten, dass zwei neue Serien genau zeitgleich starten, was in erster Linie daran liegt, dass neue Formate die ganze Saison über ins Programm genommen werden. Einen gebündelten Startschuss im September, wie im deutlich stärker strukturierten US-Fernsehen, gibt es bekanntlich nicht. Zu sagen, welche vier neuen Formate zu den Stars der Saison gehören, ist in Deutschland zu einem so frühen Zeitpunkt ein Ding der Unmöglichkeit, in Amerika hingegen eine eindeutige Angelegenheit.

Zwei neue Drama-Serien sowie zwei Comedyserien konnten neben Kritikern auch die Zuschauer für sich gewinnen, was den entscheidenden Unterschied zu Flops wie "Surface" ausmacht. Für diese neue Mysteryserie wirbt NBC wacker mit Kritiker-Lob und erreicht trotzdem nicht das gewünschte Publikum. Immerhin aber kann das in den jüngster Zeit stark gebeutelte NBC eine der vier neuen Überraschungserfolge für sich verbuchen. Mit der Comedy "My name is Earl" hat der Sender die ideale Ergänzung und LeadIn zu "The Office", der amerikanischen Variante von "Stromberg", gefunden.

Subtiler Humor rund um einen Kerl namens Earl, der sein Karma verbessern will, in dem er anderen Leuten hilft und alte Fehler ausbügeln will. Ein Beispiel? Er will sich bei seiner Ex-Freundin entschuldigen dafür, dass er damals seinen Tod vorgetäuscht hat, um Schluss zu machen. Wenn er dann bei der Freundin an der Tür klopft, braucht es auch keine Lacher vom Band, da stimmt der Humor.

Die zweite erfolgreiche neue Comedy ist die UPN-Serie "Everybody hates Chris", basierend auf den Kindheitserlebnissen von US-Kultcomedian Chris Rock. Der 13-jährige Hauptdarsteller Tyler James Williams landete bei einer Hitliste der Fernsehzeitschrift "Inside TV" auch gleich im vorderen Drittel und findet sich in unzähligen Artikeln über die Show und ihren Erfolg, und das obewohl UPN eines der kleineren Networks der USA ist. In Deutschland wird "Everybody hates Chris" bei ProSieben zu sehen sein: Der Münchener Sender hat gleich nach den ersten ausgestrahlten Folgen zugeschlagen.