Joiz – Die subtilste Sendung der Welt © Joiz
"Die subtilste Sendung der Welt"

Joiz-Moderatoren rechnen mit neuem Besitzer ab

 

Das Chaos bei Joiz geht weiter und nimmt skurrile Formen an: Im Live-Programm rechnete die verbliebene Crew mit dem neuen Eigentümer Uwe Fabich und dessen Pläne und Kommentare zum Programm ab. Gesucht wurden Botschaften an einen "Bösewicht".

von Marcel Pohlig
10.09.2016 - 20:07 Uhr

Die plötzliche Einstellung des Schweizer Mutterhauses hat in den vergangenen Wochen bereits für einige Überraschungen der negativen Art beim Berliner Joiz gesorgt. Der neue Mehrheitseigner Uwe Fabich trennte sich nicht nur kurzerhand von der Geschäftsführerin Britta Schewe, die er ungeachtet der Besserung der Geschäftszahlen für "Millionenverluste der letzten zwei, drei Jahre" verantwortlich machte, sondern ließ auch bereits Teile der Einrichtung abtransportieren. Spätestens mit seiner Aussage, beim Sender "keine Games oder so einen Scheiß" mehr sehen zu wollen, hat er nun auch den ein oder anderen prägenden Kopf des Senders verloren. Am Freitag gifteten Maurice Gajda, Kevin Klose und Nico Heymer nun zumindest on-air gegen ihren neuen Eigentümer.

Auf dem Programm stand die Live-Sendung "Allgemeine Zentrale", welche diesmal als "Die subtilste Sendung der Welt" on-air ging und vollends unter dem Schatten der Schlagzeilen stand, die Joiz und Fabich in den vergangenen Tagen generierten. Dass es eine ganz besondere Sendung werden soll, machte bereits die Begrüßung durch Kevin Klose deutlich, der die Zuschauer "An einem ganz normalen Freitag, in einer ganz normalen Woche" begrüßte. "Wie auch schon die letzten zwei Wochen ganz normal hier bei uns sind", fügte Klose mehr oder weniger subtil hinzu. Dass es selbst an Papier mangele, wurde dabei zum Running Gag der Sendung.

"Offensichtlich hat sich ja hier auch nichts verändert", spielt der Moderator auf den Abtransport der Möbel an, der offenbar auch am Freitag fortgeführt wurde. "Zumindestens nicht im Bild!", ordnete Gajda die Situation in der Sendung mit reichlich Galgenhumor ein, ehe die drei Moderatoren Eigenschaften eines und Botschaften an einem Bösewicht sammelten. "Normalerweise haben Bösewichte ja immer einen Plan, sitzen auf ihrem Stuhl und sagen: 'Das ist mein Plan, ich will die Weltherrschaft!' Aber es gibt auch Bösewichte, die haben überhaupt keinen Plan", meint Klose offenbar als Anspielung auf Fabichs rigoroses Vorgehen. "So ein Bösewicht ist das!". ergänzt Gajda in der Sendung, in der ein "Wind of Change" herrsche.

Ohnehin spielte Musik eine große Rolle in der aktuellen Ausgabe von "Allgemeine Zentrale". Auch das natürlich nicht ohne Grund: Fabich hatte angekündigt, Joiz am neuen Standort in einen Musiksender umwandeln zu wollen. "Ja, Musikfernsehen ist super im Jahr 2016" ist dabei nur einer der Kommentare, die zu einer Gegenüberstellung von VIVA und MTV führten und darin mündeten, dass Kevin Klose das frühere MTV-Format "Game One" positiv hervorhob. oder es hervorheben wollte. "Aber das ist ja Games ...", warf Heyer ein. "Ach das ist Games, ne. Nee, Quatsch. Dann zählen wir das nicht dazu. Das ist Quatsch, Games", entgegnete Klose wenig ernst entsprechend im Sinne des neuen Haupteigentümers.

"Man merkt schon: Die Botschaften an den Bösewichten, die kommen sehr subtil und in Form von Musik", stellte Gajda in der Sendung fest und ließ per Chat unter anderem "Ich find' dich scheiße" von Tic Tac Toe als Botschaft an den natürlich rein fiktiven Bösewichten verlesen. "Schuster, bleib bei deinen Leisten", empfahl derweil Heyer.

"Wir sehen uns am Montag. Vielleicht, man weiß es nicht", verabschiedete sich Gajda am Ende der skurrilen und durchaus denkwürdigen Sendung schon einmal von den treuen Joiz-Zuschauern, ehe ein Kreuz mit der Aufschrift "Liquidated" als Botschaft an den "Bösewichten" durch die Kulisse getragen wurde und die noch anwesende Crew des Senders weiteres Mobiliar aus dem Set entfernte. "Ich habe kein Interesse daran, einen Teenager-Sender fortzuführen", erklärte Fabich in dieser Woche, will aber einen Teil des bisherigen Personals übernehmen. All zu groß dürfte das Interesse des ein oder anderen Mitarbeiters daran mittlerweile aber wohl nicht mehr sein. Da passt es gut ins Bild, dass nach DWDL.de-Informationen inzwischen auch die Stühle entfernt wurden.

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