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Reform bei den Quotenmessern

Sky und WeltN24 werden neue AGF-Gesellschafter

 

Die AGF hat sich zu Beginn des Jahres 2017 neu aufgestellt und wird mit Sky Deutschland und WeltN24 zwei neue Gesellschafter an Bord holen. Darüber hinaus firmiert man nun als GmbH. Außerdem gibt’s ein neues Lizenzmodell für die Konvergenzmessung.

von Timo Niemeier
11.01.2017 - 16:30 Uhr

Bereits im Mai des vergangenen Jahres ist über neue AGF-Gesellschafter spekuliert worden, damals standen die Namen Sky und Google im Raum. Sky wird sich nun tatsächlich an der AGF beteiligen, das hat das Unternehmen nun bekannt gegeben. Auch WeltN24 gehört schon bald zum Gesellschafterkreis der AGF. Sowohl Sky als auch WeltN24 werden zehn Prozent am Unternehmen halten, die restlichen Anteile liegen bei ARD, ZDF, der Mediengruppe RTL und ProSiebenSat.1. Zudem sei man mit weiteren Unternehmen in "konkreten Gesprächen" über Beteiligungen, so die AGF.


Darüber hinaus hat die AGF seit Anfang des Jahres eine neue Gesellschaftsform und firmiert als Arbeitsgemeinschaft Videoforschung GmbH. Die Geschäftsführung des Unternehmens hat zum 1. Januar Willibald Müller übernommen, er kommt von Goldbach Germany (DWDL.de berichtete). Die neue Struktur der AGF umfasst neben einem Aufsichtsrat, in dem die Gesellschafter sowie die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) und die Organisation der Mediaagenturen (OMG) vertreten sind, auch einen Forschungsbeirat. Dieser soll die Geschäftsführung in allen methodischen und technischen Fragen der Reichweitenmessung beraten. Zudem hat die AGF ein neues Lizenzmodell eingeführt, das im Sinne der einheitlichen Konvergenzmessung TV- und Streamingdaten in einem System integriert. Bereits im September hatte die AGF ja die konvergente Messung ab Januar in Aussicht gestellt (DWDL.de berichtete).

Martin Berthoud, Vorsitzender des bisherigen AGF-Vorstands, sagt zu den Veränderungen innerhalb der AGF: "Mit der Gründung der AGF Videoforschung GmbH und der Aufnahme weiterer Gesellschafter reformieren wir die AGF grundlegend und geben ihr eine zukunftsfähige Struktur. Unsere wichtigste Aufgabe besteht nun darin, dem Markt die Ergebnisse unserer Konvergenzmessung kontinuierlich, effizient und in der bewährten methodischen Qualität zur Verfügung zu stellen."

WeltN24-Chef Torsten Rossmann freut sich auf die Zusammenarbeit mit der AGF und sagt: "Mit der Erweiterung des Gesellschafterkreises um kleinere Sendeunternehmen vertritt die AGF Videoforschung künftig das gesamte Interessenspektrum des TV-Marktes." Marcello Maggioni, Chief Commercial Officer und Mitglied der Geschäftsleitung Sky Deutschland, äußert sich ähnlich: "Wir begrüßen die Entscheidung der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung sehr, sich für neue Gesellschafter sowie für die Entwicklung zukunftsweisender, neuer Messverfahren zu öffnen. Als künftiger Gesellschafter sehen wir es als eine unserer zentralen Aufgaben, die Implementierung plattformübergreifender Messmethoden mit voranzutreiben. Dazu bringen wir unser Know-how und unsere Erkenntnisse aus der Sky eigenen Multiscreen-Plattform-Messung Sky 360 und dem 15.000-Haushalte-Panel mit ein."

Zuletzt kam vor allem von Sky Kritik an der Quotenerhebung, die AGF bescheinigte dem Pay-TV insgesamt sinkende Marktanteile. "Wir liegen bei den Reichweiten laut AGF unter dem Niveau von vor vier Jahren. In der Zwischenzeit haben wir aber 1,2 Millionen Abonnenten dazubekommen. Das heißt, es gibt keine Plausibilität in dieser Entwicklung", erklärte Martin Michel, Geschäftsführer von Sky Media, im November im Interview mit DWDL.de. "Allerdings sagt uns nicht nur unser Bauchgefühl, dass hier etwas nicht stimmt, denn erste Daten aus unserem Panel mit 15.000 Haushalten, das Anfang 2017 offiziell starten wird, belegen diese Vermutung", so Michel weiter. Schon damals erklärte Sky aber, man wolle keine zweite Währung für die TV-Quoten. Stattdessen sprach man sich für eine verstärkte Kooperation mit der AGF aus. Dieser steht nun wohl nichts mehr im Wege.

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