© Screenshot ORF
Satire-Video kommt nicht überall gut an

Austria second? Die FPÖ schäumt vor Wut

 

Die Aktion #everysecondcounts ist auch in Österreich angekommen. Dort lief am Dienstag die Alpen-Version des Satire-Videos, in dem sich verschiedene Länder Donald Trump anbiedern. Den Rechtspopulisten der FPÖ hat das Video aber offenbar nicht gefallen.

von Timo Niemeier
08.02.2017 - 16:13 Uhr

Pressemitteilungen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) kommen relativ häufig sehr kurios daher, die Journalisten in der Alpenrepublik kennen das schon. Oft wettert die Partei gegen den öffentlich-rechtlichen ORF, den man am liebsten komplett abschaffen würde. Nun hat die FPÖ einen neuen Grund gefunden, um gegen den Sender zu schießen: Das Satire-Video aus "Willkommen Österreich", das im Rahmen der #everysecondcounts-Aktion am Dienstag gezeigt wurde. Mit Jan Böhmermann begann im "Neo Magazin Royale" in der vergangenen Woche das Projekt (DWDL.de berichtete), wobei die Holländer schon einige Tage früher ein entsprechendes Video veröffentlichten.

Nun haben die Österreicher auch ein entsprechendes Video erstellt, wobei man über den Humor naturgemäß streiten kann. Der markante Trump-Stimmenimitator aus den anderen Versionen fehlt jedenfalls, sonst geht es um diverse Themen, die Österreich in den vergangenen Jahren geprägt haben (Wintersport, Hitler, Flüchtlinge, Josef Fritzl, Conchita Wurst, Andreas Gabalier, Red Bull etc.). Und natürlich ging es in dem Video auch um die FPÖ, deren Kandidat Norbert Hofer vor wenigen Wochen fast die Wahl zum Bundespräsidenten gewonnen hätte.

Die Witze über Jörg Haider, HC Strache, Norbert Hofer und die FPÖ allgemein sind in der Partei aber offenbar nicht so gut angekommen. Mediensprecher Herbert Kickl hat sich nun jedenfalls in einer bemerkenswerten Pressemitteilung über das Video im Speziellen und den ORF im Allgemeinen ausgelassen. "Gute Satire ist wichtig und muss auch im TV seinen Platz finden, aber muss ein derartiges Satirevideo, das eigentlich von Anfang bis zum Ende unser ganzes Land samt ihren Persönlichkeiten 'herunterdodelt', mit Zwangsgebühren eines öffentlich-rechtlichen Senders finanziert werden?", so Kickl.

Das Video schramme knapp an einer Verhetzung vorbei, ist sich Kickl zudem sicher. Daher sollte es auch bei einem öffentlich-rechtlichen Sender nichts zu suchen haben. Kickl bezeichnet das Video zudem als "linken Satirebeitrag", wobei "links" hier politisch zu verstehen ist. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz müsse sich entscheiden, "ob er den ORF noch als öffentlich-rechtlichen Sender sieht und auch in Zukunft so führen möchte, oder ob er dieses Unternehmen nur mehr auf eine Satire-Plattform reduzieren und dem Bildungsauftrag überhaupt nicht mehr nachkommen möchte."

In letzter Zeit würden sich "satireartige Beiträge" im ORF häufen, glaubt Kickl. "Auch bei so manchem ‚Informationsbeitrag‘ in den Nachrichtensendungen ist ja oftmals nicht mehr erkennbar, ob die Sendeverantwortlichen das ernst meinen, oder ob es sich um Satire handelt." "Willkommen Österreich" wurde am Dienstag übrigens von 391.000 Menschen gesehen, der Marktanteil lag bei starken 18 Prozent. In Österreich gibt es übrigens noch ein zweites "Austria second"-Video, das stammt vom Privatsender Puls 4 und wurde am Dienstag noch schnell vor dem Original veröffentlicht.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Welt der Vermarkter und Agenturen zum Media-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus UK - präsentiert von ITV Studios Germany zum UK-Update Donnerstags: Die aktuellen Radio-Meldungen präsentiert von Radio NRW. zum Radio-Update Freitags: Die wichtigsten Medien-Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 4 weniger 3 =

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.