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Keine Kooperation

Fake News: ARD erteilt Facebook eine Absage

 

Nachdem schon das ZDF Facebook eine Absage in Sachen Fake-News-Bekämpfung erteilt hat, zieht nun die ARD nach. Karola Wille sagt, die ARD sei nicht die Korrektureinheit für Facebook. Stattdessen will man im Frühjahr mit einer eigenen Einheit starten.

von Timo Niemeier
15.02.2017 - 19:36 Uhr

Facebook will in Zukunft verstärkt gegen Fake News vorgehen, in den vergangenen Wochen ist der Druck auf das soziale Netzwerk immer größer geworden. Mitte Januar kündigte man schließlich an, mit dem Recherchebüro Correctiv kooperieren zu wollen, um Fake News zu bekämpfen. Andere Medienunternehmen sollten schon bald folgen, schnell machten auch die Namen ARD und ZDF die Runde - was teils heftig kritisiert wurde.

Nun hat das ZDF vor wenigen Tagen angekündigt, mit #ZDFcheck17 ein eigenes Faktencheck-Projekt zur Bundestagswahl zu starten (DWDL.de berichtete). Facebook sagte man im gleichen Atemzug ab. Dem hat sich nun die ARD angeschlossen, Karola Wille sagt in einem Interview mit "Horizont": "Es wird hier zu keiner journalistischen Zusammenarbeit kommen. Wir sind nicht die Korrektureinheit für Facebook, sondern setzen unseren Journalismus gegen das, was sich an Fehlinformationen auftut. Recherche und Verifikation sind eine journalistische Aufgabe der ARD."

Mit der schon vor einigen Wochen angekündigte Anti-Fake-News-Einheit werde man im Frühjahr starten, so Wille. "Ziel ist, in diesem wichtigen Wahljahr Erfahrungen zu sammeln und zu erproben, inwiefern uns das hilft, mit dem Phänomen Fake News umzugehen." Zu der medienübergreifenden Einheit sollen alle Landesrundfunkanstalten Journalisten entsenden können. Chefredakteur Rainald Becker und ARD-aktuell-Chef Kai Gniffke verantworten das Konzept.

Kai Gniffke sagte vor wenigen Tagen gegenüber DWDL.de, dass die Zahl der Falschmeldungen zuletzt deutlich angestiegen sei - das habe auch mit Social Bots zu tun. "Die 'Tagesschau' wird angesichts des Wahljahres besondere Anstrengungen unternehmen, um bewusste Falschinformationen aufzufinden und mit zusätzlicher redaktioneller Recherche geprüfte Fakten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen", so Gniffke damals. 

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