Clipfish / Watchbox © RTL interactive
Name nicht mehr passend

"Clipfish" war einmal: RTL interactive startet "Watchbox"

 

Im Jahr 2006 gründete RTL mit "Clipfish" sein eigenes Clip-Portal, um es mit "YouTube" aufzunehmen. Von User Generated Content hat man sich lange verabschiedet und setzt stattdessen auf Filme und Serien. Nun hat man sich auch vom kaum noch passenden Namen getrennt.

von Uwe Mantel
25.07.2017 - 14:53 Uhr

Nach elf Jahren beräbt die Mediengruppe RTL Deutschland ihre Marke "Clipfish". Sie war im Jahr 2006 aus der Taufe gehoben worden, um dem aufstrebenden YouTube etwas entgegenzusetzen. Während ProSiebenSat.1 damals aus den gleichen Gründen mit "MyVideo" ein schon bestehendes Angebot übernahm, baute RTL interactive das Portal selbst auf. So richtig wollte das Geschäft mit dem "User Generated Content" aber nie funktionieren: Es ist bekanntlich schwer monetarisierbar - und gegen YouTube war auch schlicht nicht anzukommen.

Darauf reagierten man mit Umpositionierungen: Thorsten Sandhaus, der bei RTL interactive für das Angebot zuständig ist, erläutert gegenüber DWDL.de: "Clipfish wurde im Juni 2006 als Video-Community für User-generated Content eingeführt. Schnell haben wir uns aber – anders als viele Wettbewerber – zu 100 Prozent auf qualitativ hochwertige, professionelle Clips konzentriert. In den letzten drei Jahren haben wir angefangen, Clipfish erneut umzubauen zu einer Longform-Plattform."

Im Klartext: Clipfish bot beispielsweise ein recht umfangreiches Angebot an Anime-Serien, dazu kamen Filme und Serien aus diversen anderen Genres - jeweils für den Zuschauer kostenlos und werbefinanziert. Mit der Entwicklung zeigt man sich zufrieden: "Die gesamte Video-Watchtime erreichte dieses Jahr neue Allzeithochs", sagt Thorsten Sandhaus - was vor allem daran liegt, dass dank der Longform-Inhalte die Nutzer nun eben länger dran blieben. Die Besucherzahlen gingen nämlich gleichzeitig zurück: Im Juni 2017 kam "Clipfish" noch auf rund 3,9 Millionen Visits, ein Jahr zuvor waren es noch 5,8 Millionen.

Der größte Teil der Inhalte von "Clipfish" finden sich nun auf dem neuen Angebot "Watchbox" wieder, auf das Nutzer von "Clipfish" seit heute automatisch umgeleitet werden. Die Umbenennung erklärt Thorsten Sandhaus mit der in den letzten Monaten geänderten Ausrichtung: "Clipfish blieb in den Köpfen vieler Nutzer immer eine Plattform für Clips und kurze Unterhaltung. Das entsprach nicht mehr dem realen Modell, und wir mussten aktiv werden."

Die neue Plattform solle aber mehr als nur ein neuer Name im neuen Design sein: "Unser Ziel ist es, eine neue Wahrnehmung bei den Usern zu erreichen und 'Watchbox' als inspirierendes Streaming-Portal für besondere Filme und Serien zu etablieren, das unsere Nutzer überraschend gut unterhält. Bezüglich des Angebots haben wir daher ganz neue Schwerpunkte in der Lizensierung gesetzt – wenn das Stammnutzern nicht so auffällt, dann liegt es daran, dass wir die inhaltliche Veränderung schon in den letzten Monaten unter der bisherigen Marke Clipfish angefangen hatten", so Thorsten Sandhaus.

Während die Mediengruppe RTL Deutschland Clipfish zu Watchbox weiterentwickelt hat, hat man bei ProSiebenSat.1 zwar die Marke "MyVideo" erhalten, dafür aber das ursprüngliche werbefiannzierte Angebot schon im Frühjahr vergangenen Jahres eingestampft. Inzwischen setzt die Seite auf News aus dem Entertainment-Bereich und bietet aktuelle Filme zum Kauf an.

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