Vor etwas mehr als einem Jahr hatte die "Bild"-Zeitung "Focus Online" verklagt, weil Burdas Knallportal immer wieder Artikel abschrieb, die bei bild.de hinter der Paywall standen. Bei der Boulevardzeitung wollte man darin ein systematisches Vorgehen erkannt haben und zog vor Gericht. Anfang Dezember einigte man sich dann doch noch außergerichtlich, der Streit wurde daraufhin für beendet erklärt (DWDL.de berichtete). "Focus Online" gilt aber nach wie vor als ein Portal, das vor allem auf schnelle Klicks aus ist - und sich dafür auch immer wieder bei anderen Medien bedient. Nun ist es erneut zu einem Vorfall zwischen "Focus Online" und einem Springer-Portal gekommen.

Konkret geht es um eine Reportage von welt.de, in der das Geschäft der Heiratsvermittlung in Osteuropa beleuchtet wurde. Bei "Focus Online" fand man den Artikel offenbar so gut, dass man ihn gleich in großen Teilen übernahm und nur teilweise umformulierte. "Welt"-Redakteur Thore Barfuss machte via Twitter auf den Vorfall aufmerksam und offenbar war das auch den Verantwortlichen von "Focus Online" peinlich. Der Text ist inzwischen offline.

 

 

Klickt man nun auf den Link, der mal zum Artikel führte, liest man dort eine "Anmerkung der Redaktion". Darin heißt es, der Artikel habe nicht den "professionellen Standards" der Redaktion genügt, deshalb habe man ihn gelöscht. "Wir entschuldigen uns bei den Kollegen der ‘Welt’ und besonders bei der Autorin Sarah Heidi Engel." Katja Hertin, stellvertretende Chefredakteurin von "Focus Online" meldete sich via Twitter zu Wort. "Fehler passieren", schrieb sie dort, um sich dann noch einmal bei "Welt" und der Original-Autorin zu entschuldigen.