WDR-Intendant Tom Buhrow © WDR/Herby Sachs
Vorwürfe sexueller Übergriffe

WDR-Rundfunkrat fordert "offensive Aufarbeitung"

 

Die Diskussion um die Vorwürfe sexueller Übergriffe beschäftigen den WDR und auch den Rundfunkrat. Das Gremium forderte jetzt eine vorbehaltlose Aufklärung. Nach Angaben von WDR-Intendant Buhrow haben sich 16 Frauen bei den Anlaufstellen gemeldet.

von Alexander Krei
08.05.2018 - 19:11 Uhr

Der WDR-Rundfunkrat hat sich am Dienstag mit den jüngst aufgekommenen Vorwürfen sexueller Belästigung beschäftigt und eine Stellungnahme beschlossen, in der Intendant Tom Buhrow aufgefordert wird, "die Aufarbeitung bekannter Fälle sowie die Prävention sexueller und anderer Übergriffe innerhalb des WDR und im Wirkungskreis des Senders im Rahmen eines Schutzkonzeptes offensiv und vorbehaltlos voranzutreiben und notwendige Konsequenzen zu ziehen".

Man bestärke Buhrow, "nach innen und außen offensiv und transparent zu kommunizieren, dabei aber das Prinzip der Unschuldvermutung zu wahren und die Persönlichkeitsrechte Betroffener zu schützen". Genau das dürfte sich letztlich als Drahtseilakt erwiesen, wie auch der Intendant selbst deutlich machte. "Als Arbeitgeber sind wir verpflichtet, beiden Seiten gegenüber gerecht zu bleiben. Das schränkt natürlich die Möglichkeiten zu öffentlichen Stellungnahmen ein", sagte Buhrow laut "Süddeutscher Zeitung".

Er machte zugleich klar, sich "weder in der einen noch in der anderen Richtung" von seinem Kurs abbringen zu lassen, "korrekt aufzuklären". Inzwischen sollen sich bereits 16 Frauen bei den verschiedenen Anlaufsstellen des Senders gemeldet haben, berichtete Buhrow dem Rundfunkrat. Erst vor zwei Wochen hatte der WDR die ehemalige EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies damit beauftragt, die Aufarbeitung zu leiten. Wenige Tage später wurde Fernsehspielchef Gebhard Henke freigestellt, der die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet.

Unterdessen machte sich der WDR-Rundfunkrat am Diensteg für Maßnahmen stark, die dazu beitragen, "strukturelle Defizite und Risiken zu erkennen, um Fehlverhalten effektiv zu vermeiden". Vorgeschlagen werden ein Ethik- und Verhaltenskodex und ein Meldeverfahren, das die personenbezogenen Daten Beteiligter schütze. Tom Buhrow will nun ganz offensichtlich tiefer bohren. MeToo sei zwar das Kernthema, "aber es gibt darüber hinaus Unbehagen und Frust, die sich hier Bahn brechen", so der Intendant vor dem Gremium.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Fernseh- und Medienlandschaft Österreichs zum Austria-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus dem Vereinigten Königreich zum UK-Update Donnerstags: Aktuelles rund um Audio - präsentiert von der WDR Mediagroup. zum Audio-Update Freitags: Die wichtigsten Medien-Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 2 mal 4 ist

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.