Deutscher Kamerapreis © Deutscher Kamerapreis
Preisverleihung in Köln

Deutscher Kamerapreis: Das sind die Gewinner 2018

 

Bereits zum 28. Mal wurde am Samstag in Köln der Deutsche Kamerapreis verliehen. Freuen dürfen sich in diesem Jahr sieben Kamerafrauen und -männer und drei Editorinnen und Editoren.

von Uwe Mantel
08.07.2018 - 10:57 Uhr

"Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2018 beweisen, wie wichtig es ist, in Zeiten einer Inflation der Bilder beeindruckende Geschichten zu erzählen, die die Zuschauer berühren, irritieren oder zum Nachdenken anregen", sagt Christoph Augenstein, Geschäftsführer des Deutschen Kamerapreises anlässlich der Preisverleihung, die am Samstag in Köln stattfand. Zusätzlich zu den durch eine Jury aus Kameraleuten, EditorInnen, ProduzentInnen und RegisseurInnen unter Vorsitz des Filmwissenschaftlers und Publizisten Norbert Grob vergebenen Preisen, verlieh das Kuratorium auch noch einen Nachwuchs- sowie einen Ehrenpreis.

Der Ehrenpreis ging an Birgit Gudjonsdottir. Die gebürtige Isländerin, die bei Produktionen wie "Die Hochzeit meiner Eltern", "Zappelphilipp" oder "Schätze der Welt" die Kamera führte, sei mit ihrer "zuhörenden" und intuitiven Kameraarbeit nahezu in allen Genres zuhause, heißt es in der Begründung. Auch die Souveränität, mit der sie das Thema Gleichberechtigung im Filmgeschäft vorlebe, habe das Kuratorium nachhaltig beeindruckt. Der mit 5.000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an Andrea Muñoz für den Dokumentarfilm "Er Sie Ich" über das Scheitern einer Beziehung. Darin habe sie mit einer "ungewöhnlichen und gefühlvollen Montage" überzeugt. Der geschickte Einsatz einer Splitscreen-Montage im Wechsel mit einem klassischen Dialogschnitt und das Mischen von vier, zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommenen Einzelinterviews bringe alle Protagonisten, Eltern und die Tochter aus dem Off, in eine intensive Dreierbeziehung.

Der Preis für die beste Kamera in einem Kinospielfilm ging an Florian Ballhaus für "Der Hauptmann". Er nutze "sehr souverän, ja nahezu perfekt die Vielfalt der Schwarz-Weiß-Fotografie. In großen Teilen arbeitet er mit harten Kontrasten, um das Schwarz zu stärken, und einer virtuosen Lichtführung", so die Begründung der Jury. Im Bereich Fernsehfilm setzte sich Michael Kotschi für "Fremde Tochter" durch. Seine Handkamera ziehe den Zuschauer sofort emotional in die Geschichte um eine Schülerin, die sich in einen Muslim verliebt und zum Islam übertreten will, heißt es in der Jurybegründung. Im Bereich Dokumentarfilm wurde Sergej Amirdzhanov für "Drei Engel für Russland - Glaube, Hoffnung, Liebe" für die von ihm geschaffene "moderne, frische und intensive Bilderwelt" geehrt. Zudem bekam hierfür auch Editor Calle Overweg den Preis für den besten Schnitt. Die Jury lobte, dass es die Montage schaffe, dem Zuschauer Raum zu geben, indem er sich ohne Wertung den Protagonistinnen und ihrer Kultur nähere.

Die beste Kamera im Bereich Dokumentation ging an Sorin Dragoi für den Film "Todeszug in die Freiheit", der einen KZ-Transport in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs rekonstruiert. Dem gebürtigen Rumänen gelingt es laut Jury, "mit ausgezeichnet kadrierten Bildern minimalistisch eine Geschichte zu erzählen, die berührt und uns gefangen hält in einer unfassbar schrecklichen Zeit". In der Kategorie Beste Kamera - Kurzfilm setzte sich Fabian Gamper durch. Er spiele "elegant mit Perspektiven, Brennweiten und Bewegungen ohne je ins Effekthascherische abzugleiten", so die Jury. Bei den journalistischen Kurzformaten setzte sich Patrick Waldmann mit "Metropolis - Budapest, zwischen Mut und Hingabe" durch. Seine Kameraarbeit gestalte den Film auf organische Weise, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Er jongliere mit nahezu beiläufiger Inszenierung und genauer Beobachtung und zeige dabei die enorme Bandbreite seiner Handschrift. Für den besten Schnitt im Bereich Dokumentation geht der Preis an Wolfgang Daut für "Der Preis der Anna-Lena Schnabel". Die Doku, die eine junge Jazzsaxophonistin begleitet, verzichtet komplett auf Kommentarton. Daut gelinge es, einfühlsam sowohl die sensible Seite der Künstlerin als auch ihren starken, fast kompromisslosen Charakter darzustellen.

Einen Zusammenschnitt der Preisverleihung zeigt das WDR Fernsehen am Montag ab 23.35, das NDR Fernsehen am Mittwoch ab 0.40, das SWR Fernsehen am Donnerstag ab 1.15, ARD-alpha am Samstag ab 21.45 und One am Sonntag, 15.07.2018 um 8:30 Uhr morgens.

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